141230StellHarburg - Gibt es für das seit Monaten von der Schließung bedrohte Stellwerk eine Rettung? Das Stellwerk macht weiter - Allerdings nur auf Bewährung, heißt es in einer

Pressemitteilung, die am Dienstag von den Betreibern des Musikklubs Stellwerk versendet wurde.

Am 1. Januar übergibt Stellwerk-Chef Stephan Röhler das Zepter an Karsten Schölermann (Knust Hamburg). Dieser hat mit Nandor Olah einen zweiten Mitstreiter der alten Crew zum weitermachen überreden können, der in Zukunft weiter Booking, Promotion und Durchführung übernehmen wird, heißt es.

"Für die Übernahme der 'Altlasten' möchten wir uns im Januar an unsere Unterstützer und Partner wenden", sagt Karsten Schölermann. Und: "Aus der Kulturbehörde bekommen wir leider gar kein Geld - das bräuchten wir aber dringend. Um den weiteren Betrieb des Stellwerk sicherzustellen, müssten wir die derzeit noch gemietete 1A Ton- und Lichtanlage übernehmen. Diese Notwendigkeit kostet 15.000 Euro," ergänzt Nandor Olah.
 
Geld was das Stellwerk nicht hat: "Durch die finanzielle Schieflage, resultierend aus den Nachbarschaftsproblemen, gilt es schwerwiegende Abgänge zu verkraften. Außer Stephan Röhler werden Technikchef Claas Wienke und die Vollzeit-Kraft Gerriet Freude das Stellwerk aus betrieblichen Gründen verlassen."

Deshalb wird nun hinter den Kulissen mit Hochdruck an einer Crowdfunding Aktion "Rettet das Stellwerk" gearbeitet. "Wir möchten unser Netzwerk aktivieren und im Januar über die Crowdfunding-Plattform Nordstarter um Unterstützung bitten" sagt Olah.

Doch dies soll nicht die einzige Aktion bleiben, um den Betrieb des Clubs dauerhaft aufrecht zu erhalten. Bereits am ersten Wochenende des neuen Jahres werden mit dem Stellwerk Poetryslam (8. Januar), der Subvention Goasoliparty (9. Januar) und der Subvention Drum’n’Bass Edition (10. Januar) erste Versuche gestartet, den Club im Harburger Bahnhof trotz des personellen Aderlasses und der ausgefallenen Einnahmen aus Dezember auf ein solides finanzielles Fundament für die Zukunft zu stellen.

Außerdem wurde mitgeteilt, dass das Stellwerk konnte im abgelaufenen Jahr einen Kompromiss mit dem Vermieter Deutsche Bahn und den Bahnhofsnachbarn erzielt wurde.  So konnte die Betriebsfläche des Clubs, unter Mithilfe des Bezirksamtes, um die "rückwärtige Gepäckbrücke" erweitert werden, die auch für geräuschintensivere Veranstaltungen geeignet ist. Voraussetzung dafür ist eine gute technische Ausstattung, die es nun zu finanzieren gilt, um den Kulturraum im Harburger Bahnhof zu erhalten. (cb)