141215Studio2Maschen - Mit der Textzeile "Der wilde, wilde Westen fängt gleich hinter Hamburg an - In einem Studio in Maschen Gleich bei der Autobahn" hat die Band Truck Stop dem legendären

Tonstudio in Maschen bereits 1980 ein Denkmal gesetzt. Doch in dem Studio, in dem sich Stars wie Boney M., Udo Lindenberg, James Last, Peter Alexander oder141215Studio AC/DC das Mikro in die Hand gaben, gehen demnächst die Lichter aus - nach 42 Jahren Musikgeschichte.

141215Studio5"Das ist allerdings nicht das Ende des Studio Maschens", sagt Alexander Menke, der Sohn des Studio-Gründers Joe Menke, gegenüber harburg-aktuell. "Ich habe zwar das große Gebäude am Rübenkamp verkauft, aber mit dem Studio wird es weitergehen. Wir ziehen jetzt zurück an die Ursprungsstätte des Studio Maschens." Ab dem kommenden Jahr macht Menke dort weiter, wo sein Vater einst angefangen hat: Im Keller seines Einfamilienhauses in Maschen, wo jetzt Alexander mit seiner Familie lebt.

Mittlerweile sind die rund 400 Quadratmeter großen Räumlichkeiten fast leer141215Studio4 geräumt. In wenigen Wochen wird ein Gewerbebetrieb aus dem Bereich Elektronik in das weiße Gebäude direkt an der Autobahn einziehen. "Ein derart großes Studio ist im heutigen digitalen Zeitalter unwirtschaftlich geworden", sagt der 48-jährige Musiker, Produzent und Komponist. Denn: "Früher brauchte man so ein großes Studio, um Aufnahmen mit einem ganzen Orchester machen zu können. Heute werden die Orchester-Sequenzen per Files im Internet dahin geschickt, wo sie gerade gebraucht werden."

Im neuen und modernen Studio wird es einen Mix aus digitaler und analoger 141215Studio6Technik geben. Menke: "Das große rund 300 Kilogramm schwere Mischpult ist bereits umgezogen. Auch die Röhrentechnik in den alten Mikros ist auch heute noch unschlagbar vom Sound."

Während sich Alexander Menke auf den Neubeginn im kompakten Studio freut -  als erstes Projekt wird er mit der Band "Wind" neue Songs aufnehmen -, wird es für die Nachtschwärmer ein Abschied für immer: Seit vielen Jahren fanden im Tonstudio Maschen tolle Partys statt, die bei den Pistengängern in Harburg Stadt und Land sehr beliebt waren. 1998 bis 2003 sorgte der "Studio Club" für Furore, danach lockte der "Jam Club" die Tanzwütigen in das Tonstudio.

Die letzte "Jam-Club-Party" findet am Donnerstag, 25. Dezember, im Tonstudio statt. Ab 22 Uhr wird am 1. Weihnachtstag die letzte fette Party im Tonstudio zelebriert. (cb)