141118SchwarzenbergHarburg – Wenn es um die Zukunft des Schwarzenberges geht, haben weder Schützengilde noch Handwerker Vertrauen in die Ansagen der Politik, nach

denen die dort für 1,3 Millionen Euro errichtete Not-Außenstelle der Zentralen Erstaufnahme bis zum April wieder abgebaut werden soll, damit geplante Veranstaltungen stattfinden können. Die Harburger Schützengilde hat zwar am vergangenen Donnerstag beschlossen, dass auch 2015 das Harburger Vogelschießen stattfinden wird. Das es, wie in den letzten Jahrzehnten, auf dem Schwarzenberg sein wird, da ist man sich nicht sicher. „Die Deputation plant das Vogelschießen ehrenamtlich und in ihrer Freizeit“, sagt der Erste Patron Dr. Enno Stöver. Eine kurzfristige Umplanung würde die Kapazitäten übersteigen. Deshalb fährt man mehrgleisig und sucht nach alternativen Standorten wie dem Rathausplatz, auf den schon die Abschlussveranstaltung des Laternenumzugs verlegt werden musste.
 
Die Bezirkshandwerker werden auf den 6. Harburger Bautagen, die im April stattfinden sollen, vermutlich keine Standflächen mieten. Dazuhaben sie sich per Abstimmung entschieden. Es geht um 800 Quadratmeter Fläche. Damit sind sie so etwas wie der „Ankermieter“ der Veranstaltung. Der Grund sind die hohen Vorlaufkosten, die die Betriebe haben. Wird der Schwarzenberg nicht wie angekündigt frei werden, könnten die Bautage dort nicht stattfinden. Die Handwerker würden auf bereits entstandenen Kosten sitzen bleiben. Die Veranstalterin aus Buxtehude sucht bereits nach Alternativen. Die Entscheidung ob und in welcher Form die Harburger Bautage stattfinden, wird in den nächsten Wochen fallen.
 
Die Gründe für die zögerliche Haltung und das Misstrauen sind die immer wieder neuen, unpräzisen und auch oft falschen Ansagen, die die Behörden im Zusammenhang mit Flüchtlingsunterkünften gemacht haben. Die Erstaufnahme auf dem Schwarzenberg ist, mit Stichtag Montag, den 17. November, bereits überbelegt. Angekündigt waren 300 bis 500 Flüchtlinge, die dort untergebracht werden. Zwischenzeitlich wurde die Kapazität auf die Unterbringung von 650 Personen ausgeweitet.

Das die Unterkunft wieder abgebaut werden kann, liegt nicht allein in der Hand der für den Schwarzenberg zuständigen Innenbehörde. Die ist darauf angewiesen, dass die Menschen in den sogenannten Folgeeinrichtungen unterkommen, für deren Schaffung die Sozialbehörde zuständig ist. Die wiederum schafft es nicht genügend Plätze bereitzustellen. Die Folge ist, dass in den Erstaufnahmen mittlerweile 1200 Menschen mehr leben müssen, als es die Regelung vorsieht. Sie sollten nach drei Monaten in die besser auf eine längere Unterbringung eingerichteten Folgeunterbringungen wechseln. dl