141106SchellerdammHarburg – Statt Studenten könnten am Schellerdamm in den gerade entstehenden Neubau Flüchtlinge einziehen. Das Gebäude ist nach Informationen von harburg-aktuell.de

der Fachbehörde angeboten worden. Im Raum steht ein zehn Jahre gültiger Mietvertrag. Gleichzeitig soll vom Investor, der aurelius Immobilien AG, angeboten worden sein, ein weiteres Gebäude zu bauen, das dann tatsächlich ein „Wohnhaus für Studierende“ werden soll. Unter diesem Tenor war im Mai dieses Jahres der Grundstein gelegt worden. Neben 61 Wohnungen sollten auch Restaurants und Läden in den 100 Meter langen Gebäudekomplex einziehen. Von der aurelius Immobilie AG war am Donnerstag keine Stellungnahme zu bekommen. Ralf-Dieter Fischer, Kreisvorsitzender der CDU, bestätigte die Pläne. „Sie sind mit bekannt“, so Fischer. Er sieht eine Unterbringung von Flüchtlingen als problematisch an. Vor allem der Zuschnitt der Wohnungen ließe in vielen Fällen nur eine Unterbringung von Einzelpersonen zu. „Das wird die Entwicklung im Binnenhafen beeinträchtigen“, so Fischer.

Die Harburger Politik verbindet mit dem „Deal“ aber auch Hoffnungen. Sie setzt darauf, dass dafür das Wohnschiff, 110 Meter lang und 14 Meter hoch, nicht in den Harburger Binnenhafen kommen soll.

Danach sieht es nicht aus. Das Wohnschiff „Taifun“ wird bereits umgebaut. Es soll größere Räume bekommen, die im Gegensatz zu den „Studentenbuden“ am Schellerdamm für die Unterbringung von Familien geeignet sind. Die „Taifun“ ist für mindestens fünf Jahre angemietet. Dazu soll es eine Option geben, nach der das Wohnschiff für weiter fünf Jahre gemietet werden kann. Bezirksamtleiter Thomas Völsch hat, so war von Teilnehmern zu hören, am Mittwoch beim Runden Tisch zum Thema „Flüchtlinge“ im Haus der Kirche davon gesprochen, dass nicht nur das Wohnschiff kommt, das direkt im Lotsekanal auf der Seite liegen soll, auf der der Kulturkran steht. Er sprach dort auch von einem Ponton, auf dem Container für Flüchtlinge ausgestellt werden. Das Ankunftsdatum im Binnenhafen und der Liegeort sind noch unbekannt. Dabei hatten viele Politiker in Harburg die „Ponton-Lösung“ für erledigt gehalten. Mit dem Wohnschiff wird in diesem Monat, mindestens im Dezember gerechnet. Insgesamt, so soll Völsch bei dem Treffen gesagt haben, rechne er mit 3000 Flüchtlingen, die bis Ende kommenden Jahres im Bezirk Harburg untergebracht werden. Der Großteil von ihnen wird im Kerngebiet Harburg oder in unmittelbarer Umgebung Unterkunft finden. zv

Artikel vom 15. Mai 2014: Grundsteinlegung Schellerdamm