140929KlinikHarburg - Das Thoraxzentrum am Asklepios Klinikum Harburg feierte jetzt ein ungewöhnliches Jubiläum: Die 51 Ärzte führten zum 1000. Mal eine Entnahme des

Gewebes aus der Lunge minimalinvasiv-endoskopisch, per Atemwegsspiegelung, mit Vereisung durch.

Meist werden die Gewebeproben ("Biopsien") im Rahmen einer Spiegelung der Luftwege mit einer Zange entnommen. Das beeinträchtigt die Qualität der Proben. Indem die Lungenspezialisten in Harburg ihre Sonde auf bis zu minus 90 Grad kühlen wird das Gewebe wie schockgefroren. Es lässt sich dann viel besser untersuchen - und das wiederum führt zu einer präziseren Diagnosestellung. Die Lungenärzte in Harburg sind Pioniere der Vereisungstechnik: Sie arbeiten bereits seit 2007 damit.

"Eines unserer wichtigsten Ziele ist es, die Patienten so schonend wie möglich zu behandeln. Die Arbeit mit der Kälte und der Kryosonde spielt dabei eine wichtige Rolle", sagt Dr. Stefan Meierling, Chefarzt der Thoraxchirurgie. Denn die Kälte hilft nicht nur besonders gute und aussagekräftige Gewebeproben zu entnehmen und macht dadurch viele diagnostische Eingriffe überflüssig. Sie wird auch zur Behandlung von Tumoren der Atemwege eingesetzt. Geschwülste können punktgenau abgetragen werden.

"Durch die 1000 Untersuchungen haben wir viel Erfahrung mit der neuen Methode. Sie ist praktisch ein Routineeingriff", sagt Privatdozent Dr. Gunther Wiest, Chefarzt der Lungenabteilung. "Wie bei der Spiegelung genügt eine geringe Betäubung, bei der der Patient schläft. Eine Vollnarkose ist nicht notwendig." (cb)