140929GrabungHarburg - Die legendäre Hammaburg in der Hamburger Altstadt ist gefunden. Am 31. Oktober beginnt die Ausstellung "Mythos Hammaburg" im Harburger Museum

am Museumsplatz. Nun graben die Archäologen in der Hamburger Neustadt: Am Hopfenmarkt wird im Vorfeld einer Neubebauung eine 12-monatige Grabung des Archäologischen Museums Hamburg stattfinden.

Das Gebiet rund um den Hopfenmarkt birgt ein für Hamburg einzigartiges140929Grabung3 Bodendenkmalensemble. Hier begann vor fast 1.000 Jahren die Entwicklung Hamburgs von der Burg zur Stadt. Auf dem 360 Quadratmeter großen Grabungsfeld sind archäologische Funde der um 1061 errichteten Ringwallbefestigung der "Neuen Burg" und der 1195 erstmals schriftlich erwähnten Hauptkirche St. Nikolai im Erdreich erhalten.

Diese sollen nun vor einer Neubebauung ausgegraben und wissenschaftlich dokumentiert werden. Das Gebiet der Neuen Burg gilt als die Keimzelle der 1188 gegründeten Hamburger Neustadt, die durch Kaiser Friedrich Barbarossa besondere Privilegien erhielt. Mit ihr begann der Aufstieg Hamburgs als Hansestadt.

Für Interessierte bietet das Harburger Museum die Möglichkeit, sich ab Oktober über das aktuelle Grabungsgeschehen informieren und zu erfahren, wie eine Ausgrabung funktioniert und zu welchen neuen Erkenntnissen die Archäologen zur Hamburger Stadtgeschichte gelangt sind. "Wir untersuchen mit dieser Nachfolgeanlage der Hammaburg einen der historisch spannendsten Orte Hamburgs und wollen deshalb die Ausgrabungen so öffentlich wie möglich durchführen", erklärt Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums und Landesarchäologe von Hamburg.

Bereits im August starteten die Experten des Archäologischen Museums Hamburg mit ihrer Grabung - jedoch musste zunächst der Bauschutt der Nachkriegsbebauung entfernt werden. Inzwischen sind die Archäologen schon auf die ersten Reste der alten, 1842 abgebrannten Nikolaikirche gestoßen. Die Baugeschichte der Kirche, die zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert mehrfach baulich erweitert worden ist, weist zahlreiche Geheimnisse auf. So ist das Gründungsdatum ebenso unklar, wie die Datierung ihrer baulichen Erweiterungen. Durch die Ausgrabung erhoffen sich die Archäologen nun neue Erkenntnisse, mit denen sie die Gründung und die Bauphasen der ursprünglichen Nikolaikirche, die 1842 beim Großen Brand zerstört wurde, genauer datieren und dadurch fundierte Aussagen zur Baugeschichte machen können.

Ab Oktober bietet das Archäologische Museum jeden Donnerstag von 14 bis 15 Uhr kostenlose Führungen zum aktuellen Stand der Ausgrabungen an. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, ist eine verbindliche telefonische Anmeldung erforderlich. Kontakt: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr unter der Telefonnummer 0 40/4 28 71-24 97. Die Teilnahme ist kostenfrei. Achtung: Die Führung ist nicht barrierefrei. Festes Schuhwerk ist erforderlich, das Betreten der Baustelle erfolgt auf eigene Gefahr. (cb)