WacheNoeldekestrasseWilstorf – Die ehemalige Polizeiwache 45 an der Nöldekestraße soll Unterkunft für Minderjährige unbegleitete Flüchtlinge, kurz Mufl, werden. Entsprechende

Verhandlungen laufen mit dem Eigentümer, der das seit 2009 leerstehende Gebäude von der Stadt gekauft hat. Bestrebungen von Investoren das Gebäude mit 2400 Quadratmetern Nutzfläche zu kaufen, um dort Studentenwohnungen einzurichten, waren gescheitert.

Ein „Dauerwohnen“ ist laut Bezirksamt dort nicht möglich. Flüchtlinge dort wohnen zu lassen geht. „Dabei handelt es sich nicht um Dauerwohnen. Für vorübergehende Unterbringung und soziale Anlagen gelten andere Kriterien im bauordnungsrechtlichen Sinne“, so die Auskunft von Bettina Maak, Sprecherin des Bezirksamtes. Zunächst über zehn Jahre, so die Information von harburg-aktuell.de, soll der Mietvertrag mit der Stadt für die Unterbringung von Flüchtlingen

Erst im vergangenen Jahr hatte ein EDV-Unternehmer zusammen mit seinem Partner die ehemalige Polizeiwache gekauft. Eine kulturelle und gewerbliche Nutzung schwebte ihm vor. Tatsächlich haben sich Bands oder Motorradclubs gefunden, die Teile des Gebäudes gemietet haben. Auch für Filmaufnahmen wurde die Wache genutzt.

Jetzt steht die Behörde mit einem lukrativen Angebot vor der Tür. Rund 1500 Quadratmeter will sie anmieten. Von einem Preis zwischen 7,50 Euro und 9,30 Euro, je nach Zustand, ist pro Quadratmeter und Monat die Rede. In der Vergangenheit war die Wache als Standort für die Unterbringung von Flüchtlingen tabu gewesen. Während der Nazi-Diktatur waren von hier aus Roma und Sinti deportiert worden.

Geplant ist die Unterbringung von Minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen. Aktuell sind sie in der Feuerbergstraße untergebracht. Unproblematisch ist das offenbar nicht. Laut Bild-Zeitung hatte sich der „Landesbetrieb Erziehung und Beratung“ hilfesuchend an die Polizei gewandt, weil es unter den untergebrachten Flüchtlingen zu schweren Übergriffen gekommen war. Neun der Bewohner waren so aggressiv, das sie ausquartiert worden, weil sie „kaum zugänglich“ und „gewaltbereit“ sind.

Dazu kommt, dass nach Erkenntnis der Behörden ein nicht unerheblicher Teil der „Jugendlichen“ bei ihrer Altersangabe betrogen haben und gar keine Jugendlichen sind. Ein Motiv liegt für Fachleute auf der Hand. Im Gegensatz zu erwachsenen Flüchtlingen werden Jugendliche, die allein nach Deutschland kommen, nicht gemäß eines Schlüssels innerhalb Deutschlands verteilt.

In Hamburg, so die Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage des CDU-Bürgerschaftsabgeordnten Christoph de Vries, wurden seit 2010 in 1255 Fällen Altersgutachten ausgeführt. 829 der Flüchtlinge, die sich als Minderjährig ausgegeben hatte, sind danach bereits 18 Jahre oder älter gewesen. zv