140919NomadenzeltHarburg - Schon die Zelte der Nomadenvölker in Zentral- und Mittelasien waren in vorchristlicher Zeit mit gewebten Orientteppichen ausgestattet. Der Wert

eines Teppichs ist abhängig von Alter, Herkunft, Material, Machart und Seltenheit. Der teuerste Teppich der Welt wurde 2010 für 7,2 Millionen Euro an einen arabischen Interessenten versteigert. Aber woran erkennt man einen echten Orientteppich?

Herstellung und Muster
Ursprünglich wurden die Webteppiche auf horizontalen Rahmen hergestellt. Das klassische Material ist Wolle, wobei sehr feine Teppiche aus Seide geknüpft werden. Gefärbt wurde damals mit pflanzlichen und tierischen Farbstoffen, wobei das heute nur noch selten vorkommt. Anhand der Muster und Ornamente kann man darauf schließen, aus welcher Region das Handwerksstück stammt. Auf Modellen aus Persien sind oft florale Motive zu erkennen, wohingegen sich Nomadenteppiche aus Südpersien durch eher geometrisch-abstrakte Formen und zurückhaltende Farben auszeichnen. Die verschiedenen Muster auf den Teppichen sind gut in der Übersicht auf neckermann.de zu unterscheiden. Wie man Zimmer mit Orientteppichen dekorativ gestaltet, kann man hier in der Bildergalerie sehen.

Rarität vs. Duplikat
Die Suche nach den Fehlern ist das Wichtigste, um herauszufinden, ob ein Orientteppich echt ist oder ob es sich nur um eine billige Kopie handelt. Sind Knoten zu finden, die nicht identisch in ihrer Größe sind oder wenn Fehler in der Farbfolge auftreten, so sind dies Zeichen, dass keine Maschine am Werk war.

Ein weiteres Anzeichen für die Echtheit können Abweichungen in der Größe sein. Dazu am besten an verschiedenen Stellen abmessen und auf Ungenauigkeiten achten. Ist der Teppich nicht an allen Ecken gleich lang, so wurde er wahrscheinlich von Hand geknüpft.

Sind die Fransen angenäht, so spricht dies für eine Imitation. Sind die Fransen aber integriert, so ist der Teppich vermutlich echt. Um dies festzustellen, schlägt man das Stück um und zieht leicht an den Fransen. Bewegen sich die Knoten, die auf der gleichen Linie liegen mit, so wurden die Fransen integriert statt angenäht.

Das Herkunftsland ist kein Indiz auf Echt- oder Unechtheit. Zum Orient gehören neben Iran und Zentralasien (Afghanistan, Usbekistan) z.B. auch die Türkei und China. dl

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