140911ZelteHarburg – Es ist die Notmaßnahme für die Notmaßnahme. Vor der Zentralen Erstaufnahme für Flüchtlinge (ZEA) in der ehemaligen Hauptpost sind erneut Zelte aufgestellt worden.

Erst Ende August hatte man drei Zelte für rund 100 Flüchtlinge aufstellen müssen, weil das Gebäude bereits überfüllt war. Jetzt reichte auch das nicht. Am Donnerstagabend rückten Helfer des DRK und des Technischen Hilfswerks an und stellten noch einmal drei Zelte auf. Die sollen Provisorien sein. Spätestens zum Winter, so die Ansage aus Hamburg, sollen alle Flüchtlinge in feste Unterkünfte - sprich Containern oder Wohnschiffen – untergebracht sein. Direkt neben dem Neuländer Platz ist dafür eine Wiese gemäht worden. Die hätte eigentlich schnell für Container bereitgestellt werden sollen. Das wurde sie aber nicht. „Erst sind noch Mitarbeiter des Naturschutzreferats im Unterholz rumgekrochen, um nach seltenen Lurchen Ausschau zu halten“, unkt ein Politiker aus Hamburg. „Das ist offenbar wichtiger, als die schnelle und einigermaßen adäquate Unterbringung von Flüchtlingen.“

In Sachen Wohnschiffen ist Harburg dran. Die Schiffe werden im Binnenhafen anlegen. Mittlerweile ist Hamburgweit nicht mehr von bis zu fünf, sondern von bis zu sieben Wohnschiffen die Rede. Wo die bis zu fünf restlichen Schiffe genau hin sollen, ist unklar. Der Bezirk Mitte zumindest denkt darüber nach seine Schiffe in die „Kolonien“ abzuschieben. So wurde Finkenwerder, verwaltungstechnisch Mitte zugehörig, als möglicher Standort genannt. Die Hafencity und der Hafenrand mit ihren insgesamt gut vier Kilometer  ausgebauten Kaianlagen und Anlegestellen, sind nicht dabei. Dabei hatte der Hamburger SPD-Fraktionschef Andreas Dressel verkündet, dass es nicht mehr um politischen Willen, sondern nur noch um „technische Machbarkeit“ bei der Auswahl von Standorten geht. zv

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