140827ZelteHarburg – Es war so etwas wie eine Überrumpel-Aktion, als am späten Mittwochnachmittag das Rote Kreuz auf dem Neuländer Platz vor der Zentralen

Erstaufnahme für Flüchtlinge auffuhr und damit begann drei große Mannschaftszelte aufzubauen. Erst kurz vorher waren die Vorsitzenden der Fraktionen der Bezirksversammlung von der Innenbehörde per Email informiert worden, dass mit den Zelten neue Kapazitäten für Flüchtlinge geschaffen werden. Dabei hatte sich die Politik in Harburg gegen eine Zeltlösung auf dem Platz ausgesprochen und sich als Alternativstandort eine Grünfläche in unmittelbarer Nähe vorgeschlagen. „Es kann nicht sein, dass der öffentliche Platz gesperrt wird und die Zuwegungen nicht mehr frei sind“, hatte Jürgen Heimath, Fraktionschef der SPD, noch Mitte Juli gesagt. Auch die Verwaltung hatte sich gegen Zelte auf dem öffentlichen Platz ausgesprochen. Der Aufbau von Zelten auf öffentlichen Flächen ist ein Novum. So etwas hat es bislang nirgends in Hamburg gegeben.

Jetzt sah sich die Innenbehörde angesichts des Flüchtlingszustroms offenbar gezwungen schnell zu handeln. Dort geht man davon aus, dass es in den kommenden Tagen kein Bett mehr für neu ankommende Flüchtlinge in den festen Einrichtungen geben wird. In den drei Zelten sollen jetzt bis zu 120 Menschen Platz finden. zv