140613StipendiumHarburg - Die Langobarden sind bis heute eines der rätselhaftesten und faszinierendsten Völker in der europäischen Geschichte. Während ihrer langen

Wanderung aus dem Norden Germaniens bis in das warme Italien haben sie viele Spuren hinterlassen – auch im Niederelberaum. Um Licht in das Dunkel der Ursprungsgeschichte der Langobarden zu bringen, vergibt der Distrikt 89 der Organisation International Inner Wheel nun ein Stipendium in Höhe von 6.916,10 Euro für ein Dissertationsprojekt am Archäologischen Museum Hamburg. Die Stipendiatin, Julia Vogt, wird im Sommer 2014 zum Thema „Langobarden in Norddeutschland“ eine Dissertationsarbeit beginnen.

Das Archäologische Museum Hamburg hat eine lange Tradition in der Erforschung der Langobarden. Die Aufarbeitung von Grabungsergebnissen und ihre Verknüpfung mit der Langobardenforschung werden nun Gegenstand eines Dissertationsprojektes sein, das am Archäologischen Institut der Universität Hamburg angesiedelt sein wird.


Unterstützung für dieses Projekt haben die Wissenschaftler jetzt durch International Inner Wheel (Distrikt 89) erhalten: Heidi Jung, Pastpräsidentin und Vorstandsmitglied des Distrikts 89, entdeckte während einer Italienreise nach Cividale del Friuli ihre Liebe zu den Langobarden. Hier haben sich sieben Städte mit langobardischem Kulturerbe zur „Straße der Langobarden“ zusammengeschlossen und sind inzwischen anerkanntes Weltkulturerbe der UNESCO. Heidi Jung nahm den Kontakt zu diesem Projekt auf, mit dem Ziel, einen „geschichtlichen Brückenschlag“ herzustellen. Die Vision: Eine europäischen Langobardenstraße soll zukünftig den Süden Italiens mit Norddeutschland verbinden und damit die mögliche Herkunft der Langobarden sichtbar machen.

Durch die Bemühungen der „Associazione Langobardia“, deren Vizepräsidentin für Deutschland sie ist, ist das Projekt schon jetzt durch das „Institut Européen des Itinéraires Culturels“ der Europäischen Union anerkannt worden und soll „Longobard Ways across Europe“ heißen. Doch Heidi Jungs Interesse an den Langobarden geht noch weiter. Sie möchte die Geschichte der Langobarden in Norddeutschland auf wissenschaftliche Beine stellen: Mit dem von den International Inner Wheel Clubs des Distrikt 89 zur Verfügung gestellten Stipendium wird Julia Vogt im Rahmen ihrer Dissertationsarbeit nun die umfangreiche Forschungsgeschichte zu den Langobarden aufarbeiten und das Thema anhand moderner Forschungsansätze neu beleuchten.


„Die Ziele von International Inner Wheel sind Freundschaft untereinander, Hilfsbereitschaft und internationale Verständigung; Internationalität und Interkulturalität sind ein großes Anliegen. Eine Verbindung der Langobardenspuren von uns im Norden Deutschlands bis nach Italien lässt sich damit auf das Beste vereinen. Ich freue mich besonders, dass wir die wissenschaftliche Aufarbeitung des Langobardenerbes in unserer Region nun durch ein Stipendium fördern können“, so Heidi Jung.

Am vergangenen Freitag fand die symbolische Übergabe des Stipendiumsschecks durch Heidi Jung im Archäologischen Museum statt. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet von Dr. Michael Merkel vom Archäologischen Museum Hamburg und Dr. Frank Andraschko vom Archäologischen Institut an der Universität Hamburg. (cb)