140527EhreHarburg - So eine Ehrung hat wirklich Seltenheitswert: Harald von Hacht (88) ist auf der Versammlung des SV Grün-Weiss Harburg für 80-jährige Mitgliedschaft

mit der Goldenen Ehrennadel mit rotem Edelstein ausgezeichnet worden.

Für die heutigen Verhältnisse kam Harald von Hacht im Alter von neun Jahren recht spät zum Fußball. Damals nicht verwunderlich, denn neben dem TSV Sinstorf war der VfL Marmstorf einer der beiden Ursprungsvereine des SV Grün-Weiss und hatte die Knaben eigentlich erst mit zehn Jahren aufgenommen und für den Spielbetrieb gemeldet.

An einem Sommertag im Jahre 1934 folgte Harald seinem Bruder Friedrich auf den Sportplatz am Ernst-Bergeest-Weg. Die dort ansässige Jugendmannschaft hatte zu wenig Spieler und kurzerhand wurde Harald aufgenommen und durfte per Sonderregelung auch schon bald spielen.

Das heute 88-jährige Ehrenmitglied erinnert sich gerne und mit strahlenden Augen an seine Zeit als aktiver Fußballer zurück. Harald spielte auf allen Positionen, aber überwiegend als Torhüter machte er nachhaltig auf sich aufmerksam und obendrein hatten ihm seine Paraden den Spitznamen „Tiger von Marmstorf“ eingebracht. Während des Krieges hatte Harald beim VfL Marmstorf nicht mehr die Möglichkeit seiner Leidenschaft nachzugehen und schloss sich Rasensport Harburg (VfR, heute HSC) an, wo er neben seinen Pflichten als Soldat, wann immer er konnte, kickte. Seinen Wehrdienst absolvierte der Pionier auf der Insel Usedom.

1945 war das Hamburger Stadtbild von Ruinen, Schutt und Asche geprägt. Doch der Fußball lebte wieder auf. Es gab eine neue Ligeneinteilung und prompt musste der VfL Marmstorf nach Wiedereinstieg beim HSV am Rothenbaum ran. Es hagelte viele Tore und am Ende stand ein bitteres 0:6. In den 50er-Jahren wechselte Harald aus sportlichem Ehrgeiz zwar für zwei Jahre zum benachbarten FC Viktoria, blieb dem VfL aber als Mitglied immer treu und auch als Spieler bis in die 70er-Jahre erhalten.

Im Alter von 37 Jahren hing Harald die Fußballstiefel an den Haken. Auf die Nachfrage hin, wieso er dem Verein als Mitglied treu geblieben ist, erwiderte Harald kurz, sachlich und direkt: „Na das ich als Marmstorfer nicht austrete ist doch ganz klar!“