140502MoorHarburg - Autofahrer, die in Harburg unterwegs sind, sollten ab sofort noch mehr auf ihr Tempo achten - vor allem nachts. Der Grund: Ab sofort darf auf der Moorstraße und

in Abschnitten der Winsener Straße in der Zeit zwischen 22 und 6 Uhr nur noch Tempo 30 gefahren werden. Das teilte das Bezirksamt am Freitag mit. Die Geschwindigkeitsbegrenzung ist eine Maßnahme des Hamburger Lärmaktionsplanes 2013 und soll die nächtliche Lärmbelastung der Anwohner reduzieren.

Was verschwiegen wird: Seit zwölf Jahren beschäftigen sich nun eine Reihe von Behörden-Sachbearbeitern damit, wie die „Umgebungslärmrichtlinie“ der EU aus dem Jahr 2002 auch in Hamburg umgesetzt werden könnte. Zunächst gab es dann 2008 einen „Strategischen Lärmaktionsplan“, der wurde zwei Jahre lang in sogenannten „Lärmforen“ öffentlich diskutiert und noch einmal überarbeitet.

Bezirksamtsleiter Thomas Völsch bejubelt die Maßnahme gleich bei Facebook, und Vertreter der SPD und der Grünen finden das gut. Nach zwölf Jahren ein erster kleiner Schritt? Anwohner anderer lauter Straßen in Harburg – und davon gibt es reichlich – dürften vor allem nach ihrem Engagement in den Lärmforen enttäuscht sein. Jasmin Garlipp vom Verein „Lärm macht krank“ in Bostelbek: „Wieviel Menschen profitieren denn wirklich davon?“ Es sei eine Tatsache, dass hoher nächtlicher Lärmpegel ein Risikofaktor für Herz- und Kreislauferkrankungen ist. Das bestätigt auch das Bezirksamt in seiner Presseinfo zum „Lärmaktionsplan“. Und kündigt dann noch im allerfeinsten Behördendeutsch an: „Die Akzeptanz und die Wirkung der Geschwindigkeitsbegrenzung werden durch die drei beteiligten Behörden evaluiert.“ Mit anderen Worten: Die Sachbearbeiter haben weiterhin zu tun. Sie sollen herausfinden, ob sich die Autofahrer nachts auch wirklich an Tempo 30 halten. cb/ag