WetternstrasseUnterkunftHarburg – Sie lassen nicht locker: Die Bürgerinitiative Bostelbek (BIB) will auch heute Abend im Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Integration (Beginn 18 Uhr,

Rathaus Harburg) Politik und Verwaltung zeigen, was sie von deren Planungen für weitere Flüchtlingsunterkünfte im Bezirk hält – nämlich nicht viel. Inzwischen müsste auch dem oberflächlichen Betrachter klar sein, dass die ablehnende Haltung nicht Ausdruck von Fremdenfeindlichkeit ist.

„Hilfsbereitschaft ist einer der höchsten Werte in der Siedlergemeinschaft Am Radeland“, sagt Ineke Siemer, Erste Vorsitzende der BIB. Umso erstaunter und vor allem enttäuschter seien die Siedler darüber gewesen, dass es während der Planungen keinerlei Informationsaustausch gegeben habe, statt dessen seien sie nicht zuletzt durch die illegale Baumfällungen auf der Bostelbeker Pferdewiese vor vollendete Tatsachen gestellt worden.

Dass das sicher kein Einzelfall ist, sondern dass Tarnen, Tricksen und Täuschen offenbar zum Repertoire der Hamburger Verwaltung gehört, erfährt die BIB jetzt von anderen Anwohnerinitiativen. Ineke Siemer: „Wir wollen diesen Erfahrungsaustausch noch intensivieren. Deshalb werden sich viele Hamburger Initiativen im Mai zusammenschließen.“

Wie wenig Anwohner ernst genommen werden, haben die Nachbarn der Unterkunft der Wetternstraße (Foto) in den vergangenen Monaten erfahren. Besonders negativ hatte sich dabei das öffentliche Unternehmen fördern & wohnen hervorgetan. Trotz eines Beschlusses der Bezirksversammlung ist der Wachdienst, der nach diversen Vorfällen mit Drogendealern auf Bitten der Anwohner eingerichtet worden war, in aller Stille von acht auf zweieinhalb Stunden reduziert worden. Außerdem wird den Anwohnern weiterhin die Nutzung eines Raums in der Unterkunft verweigert, in dem sie sich mit Flüchtlingen und Wohnungslosen treffen wollten, um ihnen individuell zu helfen. Iwona Mazurkiewicz, Sprecherin der Anwohner: „Wir hatten auch darum gebeten, abends das Tor der Unterkunft zu schließen, damit keine Fremden mit dem Auto aufs Grundstück fahren.“ Das sei im Oktober 2011 zugesichert worden, aber das Tor ist bis heute durchgehend geöffnet.

Ineke Siemer hat all dies und noch viel mehr in einem Brief an Bürgermeister Olaf Scholz und Sozialsenator Detlef Scheele geschildert, jetzt wartet sie auf eine Stellungnahme. ag