140308GarlippHarburg –  Wie ist es, neben einer Unterkunft für Flüchtlinge und Obdachlose zu wohnen? Iwona Mazurkiewicz aus der Wetternstraße hat seit mehreren Jahren Erfahrungen damit. Und

auch Jasmin Garlipp (Foto) und ihre Nachbarn aus der Siedlung Bostelbek werden demnächst ihre Erfahrungen machen. Am Moorburger Bogen sollen bald zehn Wohncontainer für „maximal 216 Personen“  – so die Sozialbehörde – aufgestellt werden.

Dann werden Iwona Mazurkiewicz und Jasmin Garlipp etwas gemeinsam haben. Was die beiden jetzt aber zusammengebracht hat, was sie eint und weshalb sie jetzt beschlossen haben, künftig gemeinsam ihre Interessen zu vertreten, ist nicht etwa die Angst vor Fremden oder gar eine diffuse Ausländerfeindlichkeit. „Das wird einem zwar immer wieder unterstellt“, sagt Iwona Mazurkiewicz. „Besonders vor Politikern, die es sich leicht machen wollen.“ Dabei sei dieser Vorwurf einfach lächerlich.

Die beiden Frauen, die sich unermüdlich für die Gemeinschaft engagieren, eint etwas ganz anderes. Jasmin Garlipp: „Wir fühlen uns – um es zivilisiert auszudrücken – verschaukelt.“ Die Bostelbeker seien vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Erst würden Bäum gefällt, dann sickere so langsam durch, was wirklich passen werde. So ähnlich war es den Siedlern von der Wetternstraße gegangen. Iwona Mazurkiewicz bestätigt das: „Es gibt zwar einen Dialog. Das hat die Behörden aber nicht davon abgehalten, uns mehrfach vor vollendete Tatsachen zu stellen.“ So könne man mit den Bürgern nicht umgehen und ihnen dann auch noch vorgaukeln, für was für eine tolle Bürgerbeteiligung sie gesorgt hätten. ag