140207WetterntreffHarburg – Innensenator Michael Neumann war verhindert, kann den versprochenen Rundgang mit den Anwohnern der Wohnunterkunft Wetternstraße frühestens im März

antreten. Damit die Siedler aber nicht so lange warten müssen, hatte Bezirksamtsleiter Thomas Völsch schon mal zu einem ersten Gang eingeladen. Mit dabei: unter anderem die Spitze der Harburger Polizei mit PK46-Leiter Günter Sellmann und Gerrald Boekhoff, Leiter des Harburger Fachamts Management des öffentlichen Raums.

Der Rundgang war den Anwohner versprochen worden. Sie leben mit einem Wohnheim für rund 170 alleinstehende Männer in der Nachbarschaft. Dann wurde 300 Meter entfernt die Unterkunft Lewenwerder für 120 Flüchtlinge errichtet. Um die Anwohner zu beruhigen, versprach man ihnen: Wenn der Bezirk Harburg noch mehr Flüchtlinge aufnehmen muss, wird die Unterkunft garantiert woanders gebaut.

Und dann entschied der Senat, die Post am Bahnhof als Zentrale Aufnahmestation für jeweils 300 Flüchtlinge zu nutzen – offenbar ohne bemerkt zu haben, dass die Unterkünfte Wetternstraße und Lewenwerder nur einen Steinwurf entfernt sind und ohne sich um das Versprechen der Kommunalpolitik zu kümmern.

Inzwischen scheint man die Sorgen der Anwohner ernst zu nehmen. Politik, Verwaltung und Polizei wollen jetzt auf gemeinsamen Rundgängen herausfinden, wo in der Nachbarschaft der Siedler und auf deren Wegen in die Harburger Innenstadt „Angsträume“ sind, wo sie sich unsicher fühlen und wo vielleicht eine zusätzliche Laterne schon Abhilfe schaffen kann.

Am ersten Rundgang mit Treffpunkt am Elbcampus nahmen rund 50 Personen teil. Über die Ergebnisse will man erst nach einer gemeinsamen Auswertung reden. ag