130820WWHeimfeld – Alles halb so schlimm? Die Reinwasserbehälter zwischen altem Schießstand und Kuhtrift in Heimfeld müssen saniert werden. Das hatte harburg-aktuell schon

im August 2013 berichtet. Damals war allerdings noch nicht ganz klar, wie die Sanierung organisiert werden sollte, ob eventuell kontaminiertes Erdreich bewegt werden muss und welche Belastung die Nachbarn ertragen müssen. Matthias Sobottka, Sprecher von Hamburg Wasser (früher: Hamburger Wasserwerke), wusste nur, dass die bis zu einen Meter dicke Erdschicht über den Wasserbehältern mit Schwermetallen belastet ist und dass sie zum Teil in Schadstoffklasse Z2 (auf einer Skala von Z0 bis Z5) eingestuft wurde. Also: ab auf eine Deponie!

Inzwischen sieht Hamburg Wasser klarer. Eckhard Heck, Chef der Bautechnik, berichtete im Ausschuss für Wirtschaft, Verkehr und Verbraucherschutz über den Stand der Dinge. Die Erdschicht, die sich im Laufe der Jahrzehnte auf den Behältern angesammelt hat, ist nur „geringfügig kontaminiert“. Tatsächlich wurde ein Schwermetall gefunden, aber nicht Blei (was man im Zusammenhang mit Wasserversorgung vermuten kann) sondern Quecksilber. Alles anderen Verunreinigungen waren nicht der Rede wird.

Läuft alles nach Plan soll schon im März mit der Sanierung begonnen werden. Insgesamt müssen 2550 bis 3000 Kubikmeter Erdreich abgefahren werden: Heck; „Die Baufirma will etwa 100 Kubikmeter pro Tag schaffen. Das ist eine Lkw-Ladung.“ Insgesamt werde es wohl 150 An- und Abfahrten über die Heimfelder Straße und die Privatstraße Kuhtrift geben. Da seien die Lkw, die Wärmedämmungen, Abdichtungen und Granulat anliefern, schon berücksichtigt. Rund drei bis vier Monate soll alles dauern. Gearbeitet wird werktags von 7 bis 18 Uhr, gelegentlich auch bis 20 Uhr.

Die „Behältergruppe Heimfeld“ sorgt für Druck in den Harburger Wasserleitungen. Täglich fließen rund 20.000 bis 30.000 Kubikmeter in die Harburger „Niederzone“ und rund 5000 bis 7000 Kubikmeter in die „Hochzone“ – das sind Stadtteile, die 80 bis 100 Meter über Normalnull liegen. Der älteste der fünf Behälter stammt aus dem Jahr 1892. Er wurde inzwischen stillgelegt. Die anderen Behälter, Baujahr zwischen 1917 und 1992, sind alle noch intakt. ag