131218CranzNeuenfelde – Wie groß ist die Gefahr für Cranz und Neuenfelde wirklich? Saufen die alten Elbdörfer ab, wenn mal wieder eine große Sturmflut kommt und gleichzeitig das

Este-Hochwasser nicht richtig abfließen kann? Darüber streiten nicht nur die Experten. Jetzt fallen auch die Volksvertreter – auch bekannt als „Politiker“ – übereinander her.

Wie berichtet hatten die Grünen Alarm geschlagen. Die Cranzer Grundschule liege nur 3,40 Meter über Normalnull, einige Wohnhäuser stünden auf kaum höheren Grund. Deshalb, so Grünen-Fraktionschef Kay Wolkau und Dr. Gudrun Schittek, seine Mitstreiterin von den Grünen, werde der Estebogen und weitere Teile von Cranz bei Extrem-Hochwasser überschwemmt werden.

Nun schlägt Günter Piehl, Vorsitzender des SPD-Distrikts Neuenfelde, Francop, Cranz, Moorburg zurück: „Dieses Szenario ist grotesk.“  Die Wohngebiete in diesem Teil Hamburgs lägen alle oberhalb der prognostizierten Höhe von 3,40 Meter über Normalnull (NN). „Tiefer liegender Wohnungsbau ist nie genehmigt worden“, sagt Piehl. Die Deichlinie liege im Bereich oberhalb des alten Estesperrwerks bei vier Meter über NN. Es gebe nur eine Deichdurchfahrt, die etwas niedriger liege.

Piehl zitiert auch aus einer Stellungnahme der Hafenverwaltung Hamburg Port Authority. Demnach werde das Binnenhochwasser an der Este bei einem Extremereignis, das statistisch nur alle zehn Jahre eintritt, und bei einem für die Dauer von drei Tiden geschlossenen Estesperrwerk höchstens auf 3,45 Meter steigen. Ein befürchteter Anstieg auf vier Meter entbehre jeder Grundlage. ag