131129DRKLangenbek - In wenigen Tagen, am Mittwoch, 11. Dezember, wird im Hospiz für den Hamburger Süden am Blättnerring in Langenbek die Eröffnung gefeiert. Einen Tag später beginnt

die Verhandlung am Hamburger Verwaltungsgericht: Ein Ehepaar, das in der direkten Nachbarschaft zum DRK-Hospiz lebt, hat Klage gegen die vom Bezirksamt erteilte Baugenehmigung erhoben.

Ab dem 16. Dezember werden in dem Hospiz bis zu zwölf Schwerstkranke und ihre Angehörigen individuell betreut und erhalten emotionalen Beistand bei der Auseinandersetzung mit dem bevorstehenden Tod. 

Das Hauptargument der Kläger gegen das Hospiz: Soziale Einrichtungen müssen auf den Bedarf der Gegend in der sie sich befinden zugeschnitten sein. Ihnen ist das Hospiz mit seinen bis zu zwölf Plätzen zu groß. "Ich habe bislang rund 30 Bauten für das DRK in Harburg betreut. Und in 30 Fällen gab es auch Protest einiger Anwohner", sagte Harburgs DRK-Geschäftsführer Harald Krüger.

Derweil steigt die Zahl der Befürworter und Unterstützer des Hospiz immer weiter an. Am Freitag besuchte der der Bundestagsabgeordnete Metin Hakverdi (SPD) das fast fertige Hospiz, um sich über Einrichtung zu informieren und ein Bild von der Situation vor Ort zu machen.

Nach einer Führung mit Harald Krüger durch die verschiedenen Zimmer und Flure der Einrichtung, den Raum der Stille und das gemütliche Wohnzimmer, das der Ort der Begegnung im Hospiz werden wird, gab es einen regen Meinungsaustausch  über die Bedeutung von Hospizen für die Gesellschaft und dem Umgang mit Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Krüger: "Derzeit werden in Deutschland vier Hospize gebaut. Und in allen vier Fällen wird derzeit geklagt. Das ist also eigentlich nichts neues." 

Zur Bedeutung des Hospizes für den Süden Hamburgs sagte Hakverdi: „Die Eröffnung dieser Einrichtung empfinde ich als große131129DRK2 Bereicherung für die gesamte Region. Ich halte es für ausgesprochen wichtig, dass die Menschen ihre letzten Tage in ihrem gewohnten Umfeld verbringen können.“ Außerdem trage die Eröffnung des Hospizes in Langenbek auch zur Entlastung der Angehörigen von Schwerstkranken aus dem Hamburger Süden bei: „Bislang befinden sich die nächstgelegenen Hospize in Buchholz und Altona. Mit der Einrichtung des DRK bleiben den Angehörigen lange Anfahrtswege erspart. “

Hakverdi betonte, dass es vor allem für die Menschen im Süden Hamburgs wichtig sei, ihre sterbenden Angehörigen in der Nähe ihres Wohnorts in der letzten Lebensphase zu begleiten.

Sollte das Urteil - angesetzt sind mehrere Verhandlungstage - zu Ungunsten des Hospiz ausfallen, will Harald Krüger auf jeden Fall Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen. (cb)