131108FurzfischNeuland – Eine grüne Wiese an einer Autobahnanschlussstelle – bessere Voraussetzungen für einen Logistikpark gibt es kaum. Und so ist es kein Wunder, das die Stadtplaner

längst ein Auge auf die Brache gegenüber von Neuland Beton geworfen haben. Je genauer sie allerdings hinsehen, desto größer erscheinen die Hürden auf dem Weg zu einem Logistikpark.

Schon vor fünf Jahren hatte Vogelkundler Alexander Mitschke die Mitglieder des Stadtplanungsausschusses mit der Nachricht überrascht, er habe im Plangebiet Neuland 23 mindestens ein Brutpaars des Wachtelkönigs (crex crex) geortet. Bei den Politikern schrillten sofort die Alarmglocken, den  der scheue Rallenvogel mit dem charakterischen Ruf steht auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten.

Und nun hat Carl Henning von Ladiges im Stadtplanungsausschuss mitgeteilt, dass mit dem Schlammpeitzger (misgurnus fossilis) eine weitere stark gefährdete Tierart entdeckt worden ist.  Bei dem „Wachtelkönig des Wassers“ handelt es sich um einen 15 bis 20 Zentimeter langen, aalähnlichen Fisch, der sich bevorzugt am Gewässergrund aufhält. Bei aufziehendem Gewitter wird er aktiv und schnappt an der Oberfläche nach Luft. Deshalb wird der Peitzger auch Wetterfisch genannt.

Um seine Kiemen zu unterstützen, schnappt der Wetterfisch nicht nur nach Luft, er schluckt sie auch geräuschvoll herunter. Der eigentliche Luftaustausch findet dann im Enddarm satt, wieder unter Begleitung von merkwürdig bekannten Geräuschen. Der Volksmund redet Klartext und nennt den komischen Fisch deshalb auch „Gewitterfurzer“.

Gefährdet der Gewitterfurzer also den Logistikpark? Geklärt ist das noch nicht. „Das könnte auch zu einer größeren Umzugsaktion wie bei der Tellerschnecke in Bergedorf führen“, sagt von Ladiges.. ag