131104PostEißendorf – November, Regen, Wind, zwei Pakete unterm Arm und dann das: Hier ist keine Post mehr, die Agentur ist dicht! Von heute auf morgen. Und nun? Vor dem Zeitungsladen

in der kleinen Einkaufszeile am Hainholzweg steht Brigitte Numann. Ratlos. Sie wollte gerade zwei Retouren an einen Online-Händler loswerden, aber das wird jetzt nicht so einfach. Jürgen Bredow, mit Päckchen und Regenschirm, ärgert sich: „Die hätten wenigstens mal Bescheid sagen können. Vor allem könnten sie uns sagen, wo wir die Dinger jetzt loswerden.“ Die Frau mit den beiden Retouren wundert sich: „Warum haben die denn dicht gemacht? Die waren doch immer so freundlich!“

Martin Grundler von der Pressestelle Nord der Deutschen Post DHL muss an diesem Tag noch mehr Fragen beantworten. Denn neben der Postagentur Hainholzweg 69d ist gleichzeitig die Filiale Heimfelder Straße 9 geschlossen worden. Auch von heute auf morgen. Grundler: „Für die Kunden tut es mir sehr leid. Das ist ärgerlich, und wir werden so schnell wie möglich Abhilfe schaffen.“ In der Regel hätten Änderungen im Filialnetz mehrere Monate Vorlauf. Die beidseitige Kündigungsfrist betrage ein halbes Jahr. In Ausnahmefällen gebe es aber auch fristlose Kündigungen. Genauere Angaben über die Gründe in diesen beiden Fällen lässt Grundler sich nicht entlocken.

Kaum hatte die Nachricht von den beiden Schließungen die Runde gemacht, hat die Politik schon reagiert.  „Wer mit seinem Paket unter dem Arm vor der verschlossenen Tür steht, bringt dafür wohl kaum Verständnis auf“, sagt Jürgen Heimath, Vorsitzender der SPD-Bezirksfraktion. „Rund zwei Kilometer zu Fuß oder zweimal 1,40 Euro für jeweils ein Kurzstreckenticket hin und zurück, das ist ärgerlich und teuer.“ Und falls es nur um eine Briefmarke gehe, stehe man zumindest in Heimfeld auch im Regen: Der vor der geschlossenen Postagentur aufgestellte Automat sei außer Betrieb. Heimath  fordert die Post auf, vor allem mit Rücksicht auf ältere Kunden so schnell wie möglich für Ersatz zu sorgen. ag