131024Grab1Harburg - Auf Schatzsuche gehen, das klingt abenteuerlich und aufregend. Wen packt nicht das Schatzsucherfieber, sobald es darum geht, etwas Geheimnisvolles

ausfindig zu machen? Aber ist es erlaubt, überall zu graben und die gefundenen Gegenstände zu behalten? Das Archäologische Museum Hamburg zeigt in der neuen Ausstellung "Raubgräber - Grabräuber" spektakuläre Fundgeschichten, aber auch die faszinierenden Möglichkeiten moderner Archäologie. Die Besucher erhalten Einblicke in die Arbeit der Archäologen und erfahren, wie sie sich selbst an dieser Wissenschaft beteiligen und gleichzeitig zum Schutz unserer Kulturgüter beitragen können. Die neue Dauerausstellung, die im Hauptgebäude am Museumsplatz 2 gezeigt wird, öffnet am Sonnabend, 26. Oktober, - an diesem Tag findet in Harburg der Kulturtag statt - mit einer Matinee ab 10 Uhr ihre Pforten.  Die Ausstellung ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet sechs, ermäßigt vier Euro. Bis 17 Jahre gibt es freien Eintritt.   

Die Geschichte der Grabräuber ist älter als die Archäologie. In Deutschland gibt es kaum noch einen Landstrich, der nicht von Raubgräbern abgesucht wird. Ihre Werkzeuge sind Metalldetektoren, Spaten und detaillierte Karten. Damit rauben sie nicht nur wichtige Einzelfunde, sie zerstören auch den gesamten Fundzusammenhang, ohne den aber wissenschaftliche Erkenntnisse über unsere131024Grab2 Vergangenheit unmöglich sind. Bis zum 26. Januar 2014 präsentiert das Archäologische Museum Hamburg in der Ausstellung anhand von Fundgeschichten die faszinierenden Möglichkeiten moderner Archäologie und erläutert lebendig, wie Raubgräberei unser kulturelles Erbe unwiederbringlich zerstört. Dabei geht es in der Ausstellung um die Probleme, die durch illegale Grabungen und den Handel mit Kulturgut auf nationaler und internationaler Ebene entstehen, wie auch um die Möglichkeiten, mit denen sich jeder Einzelne sinnvoll an archäologischer Forschung beteiligen kann.

Beispiele von Raubgrabungen gibt es weltweit in großer Zahl. Ein wahrhaft abenteuerlicher Fall ist die Fundgeschichte der Himmelsscheibe von Nebra. Die Ausstellung zeigt auch weitere Beispiele für die Problematik der Raubgräberei von Norddeutschland bis hin zum vorderen Orient. Allein in Hamburg ziehen sich mehr als 3000 Bodendenkmale wie ein Netz über die gesamte Stadt. Immer wieder werden bei Bauarbeiten unbekannte Siedlungsspuren und Gräberfelder entdeckt. Sie sind Hinterlassenschaften der Menschen vergangener Epochen und damit Teil des historischen Erbes und 131024Grab3Bestandteil unserer Kultur und Geschichte. Der Schutz, die Pflege, die Erhaltung und Erforschung aller archäologischen Fundstellen (Bodendenkmale) sind im Hamburgischen Denkmalschutzgesetz geregelt. Das Archäologische Museum Hamburg erfüllt diese öffentliche Aufgabe für die Freie und Hansestadt Hamburg. Nach dem sogenannten "großen Schatzregal" werden archäologische Funde mit der Entdeckung Eigentum der Freien und Hansestadt Hamburg, wenn sich der Eigentümer nicht mehr ermitteln lässt. Die Ausstellung gibt Einblicke in die Arbeit der Archäologen und zeigt, wie mit "privaten" Schatzsuchern zusammen gearbeitet wird.

 Für Kinder sieht das Ausstellungskonzept eine eigene inhaltliche Ebene vor: Zusätzliche kindgerechte Texte, Mitmach-Exponate und eine Identifikationsfigur führen durch die Ausstellung und vermitteln spielerisch die Arbeitsweisen von Wissenschaftlern aus den Bereichen Archäologie und Paläontologie bei der Bergung der verborgenen Funde. "Raubgräber - Grabräuber" ist eine Ausstellung aus dem Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg. Im Archäologischen Museum Hamburg erwartet die Besucher ein umfangreiches Begleitprogramm für die ganze Familie. Führungen und Vorträge bieten Wissen zum Anfassen und Mitmachen. (cb)