131014LeonhardHarburg - Die Abteilung Stadtgeschichte im Harburger Helms-Museum hat eine neue Leitung: Melanie Leonhard hat vor einigen Tagen ihr Büro im dritten Stock des

Hauptgebäudes am Museumsplatz bezogen. "Endlich", könnte man meinen, denn nach dem Weggang ihrer Vorgängerin Sibylle Küttner, blieb dieser Platz zwölf Monate lang unbesetzt.

"Da ist nicht nur eine ganze Menge Schriftverkehr liegengeblieben. Da wühle ich mich jetzt erstmal durch", sagt die 36-jährige Harburgerin voller Tatendrang. Vielen Harburgern ist die junge Frau bislang vor allem durch ihr politisches Engagement in der SPD ein Begriff:  Seit 2011 sitzt Leonhard für die Sozialdemokraten in der Hamburgischen Bürgerschaft, vorher war sie Mitglied der Bezirksversammlung Harburg.

Zudem ist sie Familienpolitische Sprecherin ihrer Bürgerschafts-Fraktion und ist im Vorstand der SPD in Marmstorf aktiv.Wie kommt sie mit der Doppelbelastung zurecht? "Das klappt alles sehr gut. Die Hamburger Bürgerschaft ist ein Teilzeitparlament, da bleibt auch für berufliche Herausforderungen genügend Zeit", sagt Leonhard.

Bevor sie ihre Stelle im Helms-Museum - das jetzt offiziell auch Stadtmuseum Harburg heißt - antrat studierte sie Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Politik und Geographie in Hamburg, wo sie auch 2009 promovierte. Im Rahmen ihrer vorherigen beruflichen Tätigkeit hat sie mehrere Ausstellungen konzipiert und betreut, unter anderem für das Museumsschiff "Rickmer-Rickmers" im Hamburger Hafen.

Der neue Job im Helms-Museum ist für die gebürtige Harburgerin ein echter Glücksfall. "Helms-Museum, Harburg und Stadtgeschichte - da kamen drei meiner großen Leidenschaften zusammen", sagt Leonhard, die sich sofort auf die ausgeschriebene Stelle beworben hatte. "Mit der Zusage ist für mich ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen." Und Melanie Leonhard hat viel vor: "Stadtgeschichte muss in Harburg endlich wieder stattfinden", sagt sie.

Und das zu Recht. Seit dem das Niels-Stensen-Gymnasium 2010 in die Alte Feuerwache einzog, liegen die Exponate der Stadtgeschichte eingepackt im Magazin des Museums in der Nartenstraße im Binnenhafen. Ein toller Ort, an dem den Harburger die Stadtgeschichtliche Sammlung wieder zugänglich zu machen, wäre das Kellergewölbe des Harburger Schlosses. "Die Pläne, an diesem historischen Ort eine Dependance des Museums einzurichten, sind einfach fantastisch. Hier könnte man die Harburger Stadtgeschichte, die eng mit der des Binnenhafens verbunden ist, erzählen."

Schlossherr Norbert Heymann ist ebenfalls von der Idee begeistert und würde die Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung stellen.  Leonhard: "Ich bin guter Dinge, dass wir die Kosten in Höhe von rund 500 000 Euro zusammen bekommen werden." Außerdem möchte Leonhard die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Museum intensivieren. Leonhard: "Es gibt viele Ansätze die Stadtgeschichte für Schüler wieder erlebbar zu machen, etwa mit Führungen der Schüler durch das Depot oder Projektarbeit im Zeitungsarchiv des Museums." 

Angedacht ist auch eine Vortragsreihe zur Stadtgeschichte. Melanie Leonhard steckt auf jeden Fall voller Ideen - wir werden sicher noch einiges von ihr hören. (cb)