130806MoorburgMoorburg – Nun ist genau das eingetreten, was die Moorburger schon immer befürchtet hatten – von den Staatsräten Ralf Kleindiek und Jan Pörksen aber ins Reich der Fabel

verwiesen wurde: Die Unterbringung eines ehemaligen Sicherungsverwahrten, vor allem aber die Ansage, künftig bis zu drei Ex-Knackis am Moorburger Elbdeich unterzubringen, verringert die Überlebenschancen des Elbdorfs noch mehr. Denn die Familie, die in dem denkmalgeschützten Haus Nehusweg 1, gleich neben Kirche und Pastorat, gewohnt hat, ist nicht mehr da.

Jetzt steht das Haus leer. „Sie fühlten sich hier nicht mehr sicher“, sagt der Moorburger Rainer Böhrnsen, der seit Jahrzehnten für den Erhalt seines Dorfes kämpft.

Was aus der Großkate, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gebaut wurde, wird, ist nicht klar. Klar ist nur, dass sie seit langem als denkmalschutzwürdig erkannt war  und seit Anfang dieses Jahres dank der Änderung des Denkmalschutzgesetzes unter Schutz steht. Geht es nach dem Gesetz, muss das aber nicht heißen, dass das Haus dort stehen bleibt. Geschützte Häuser können auch transloziert, also Stein für Stein abgebaut und anderer Stelle wieder zusammengesetzt werden – sollte Moorburg eines Tages der Hafenerweiterung weichen müssen.

Böhrnsen fordert den Erhalt des Hauses: „Es macht keinen Sinn mehr, den Ort wie auch immer für eine angeblich noch erforderliche Hafenerweiterung zu entvölkern und abzureißen.“ Ein Bedarf für eine flächenmäßige Erweiterung des Hamburger Hafens sei aus den verschiedensten Gründen weit und breit nicht im Ansatz zu erkennen. Es sei längst an der Zeit, dem Ort und der Region eine Zukunft zuzugestehen.

Für den Erhalt des Hauses kämpfen auch die Leute vom Elbdeich e.V. in der Moorburger Schule . Wie berichtet wird es bei der geplanten  Kunst- und Musikaktion „Swamp“ am Wochenende  im Mittelpunkt der Installation „Nichts ist leer“ stehen, an der unter anderem der Sprayer Florian Foks (bekannt durch seine Kunstwerke an der Kuhtrift-Mauer) beteiligt ist. Die Aktion am Nehusweg beginnt am Sonnabend, 10. August, 17 Uhr. Das gesamte Wochenendprogramm gibt’s unter www.moorburgforever.de. ag