130704MedienberaterHarburg – In diesen Tagen sind im Auftrag von Kabel Deutschland in Harburg wieder „Medienberater“ unterwegs. Meistens kommen sie nicht ganz unverhofft, denn sie kündigen

ihren Besuch mit einem Aushang an den Hauseingängen an. Dort ist dann die Rede von einem „kostenlosen Pegeltest“, mit dem die „Signalqualität der Hausnetze“ überprüft werden soll. Dieser simple Messvorgang wird dann noch wortreich erläutert. Klingt nett, aber dann kommt’s: „Nach dem Test kann der Medienberater die bei Ihnen verfügbaren Kabel Deutschland Produkte empfehlen.“

Wie das in der Praxis aussieht, hat die „Wirtschaftswoche“ schon vor Monaten beschrieben: Der Pegeltest ist die neueste Masche von Drückerkolonnen, die auf Provisionsbasis möglichst viele Kunden für Kabel Deutschland gewinnen sollen. Ist der Vertreter in der Wohnung, entfaltet er sein Verkaufstalent.“ Tatsächlich geht es diesen „Medienberatern“, die nicht bei Kabel Deutschland angestellt sind (auch wenn das Logo auf dem Aushang diesen Eindruck erwecken soll), einzig und allein darum, sich Zugang zu den Wohnungen zu verschaffen. Professionell geschult gelingt es ihnen dann leicht, den Leuten irgendetwas aufzuschwatzen – meistens sind es Komplettangebote für Fernsehen, Internet und Telefon zu einem Preis. Es sollen aber auch schon 80-jährigen Omas HD-Receiver angedreht worden sein. Laut „Wirtschaftswoche“ zahlt Kabel Deutschland für die Vermittlung eines neuen Kunden Provisionen von bis zu 200 Euro.

In dieser Woche sind die „Medienberater“ unter anderem im Compeweg an der TUHH unterwegs. Man solle mit einem Besuch in der Zeit zwischen 9.30 bis 13.30 Uhr und von 15 bis 20 Uhr (wenn die keinen Feierabend machen wollen, ist ja ihre Sache. Aber als „Kunde“ will man abends irgendwann seine Ruhe haben...) rechnen, heißt es in der Ankündigung. Bei Bettina T. klingelten sie um 14.15 Uhr. Zum Glück war sie vorgewarnt. Ein Nachbar hatte sich über den ominösen „Pegeltest“ informiert und am Schwarzen Brett im Treppenhaus ein paar Informationen ausgehängt. So konnte Bettina T. die „Medienberater“ ohne große Diskussionen wieder wegschicken. Sie gingen auch, beim Verlassen des Hauses rissen sie allerdings noch den Infozettel vom Schwarzen Brett und ließen ihn verschwinden. ag