130615KoenigHarburg – Die Harburger Schützengilde von 1528 hat einen neuen König. Er heißt Hans Heinrich Böttcher und ist ein alter Hase. Vor genau zehn Jahren war

er schon einmal König der Gilde gewesen. Ein Doppelkönig – das hat Seltenheitswert in der Gilde.

Nur Hermann Stein ist ebenfalls "Doppelkönig". Ebenso selten ist die Art und Weise, wie der 67-Jährige König wurde. Der Vogel hatte sich in diesem Jahr als äußerst zäh erwiesen.

Der Rumpf wollte als letztes Stück nicht fallen. So wurde um 17 Uhr nach 1935 Schuss Hans Heinrich Böttcher gefragt, ob weitergeschossen werden soll oder ob er die Königswürde annimmt. Das war sein Recht. Er hatte zuvor den goldenen Flügel abgeschossen. Seine Konkurrenten Ingo Mönke und Conrad Bader, die mit ihm um die Königswürde geschossen hatten, hatten das Nachsehen.

Hans Heinrich wollte und wird jetzt das kommende Jahr die Harburger Schützengilde bei zahlreichen Anlässen präsentieren. Natürlich mit dem Segen seiner Frau Christel. „Natürlich haben wir das vorher besprochen“, sagt der neue Gildekönig. „Ohne den Segen meiner Frau wäre ich nie in die Schießstand gegangen.“

Die Gilde freut sich über den neuen König. „Wir sind stolz so einen König stellen zu können“, sagt der 1.Patron Michael Gögel. Hans Heinrich Böttcher ist ein Schütze durch und durch. Es ist eigentlich seine dritte Königszeit.  Der Tischlermeister im Ruhestand und fünffache Opa war bereits 1975 König beim Heimfelder Vogelschießen geworden. Damit trat er in die Fußstapfen seine Vaters und Großvaters, die ebenfalls Schützenkönige in Heimfeld waren. Nur sein Urgroßvater war es nicht. Der hatte dafür den Heimfelder Schützenverein 1890 mit gegründet.

Sportlich ist Hans Heinrich Böttcher ebenfalls ein erfolgreicher Luftgewehr- und Kleinkaliberschütze. 19 Mal qualifizierte er sich für die Deutschen Meisterschaften. Einmal stand er mit der Mannschaft auf dem Treppchen, als sie Dritter wurden. zv