130321IBAHarburg – Es ist eine „große Ausstellung mit kleinem Budget“, so IBA-Geschäftsführer Ulli Hellwig zur Einweihung des IBA-Schaufensters im Gloria-Tunnel.

Zumindest mit dem zweiten Teil des Satzes dürfte er recht haben. Was die IBA in der unterirdischen Verbindung der Seevepassage und der Fußgängerzone auf die Beine stellte, ist zwar eine Verbesserung zum bisherigen Zustand. Ein großer Wurf ist es nicht.

„Minimalistisch“, nannte es dann auch einer der Gäste, was mit dem „kleinen Budget“ entstanden ist. Eigentlich ist es eine Ansammlung der ursprünglich in Harburg geplanten IBA-Projekte, die auf Planen gedruckt wurden und die hintere lange Wand zieren. Der „Oh-Effekt“ wurde ebenfalls minimalistisch erhascht. Man knipste einfach das Licht an, das die Planen von hinten beleuchtet. Der Rest sind Sitzgelegenheiten aus Paletten, ein Leuchttisch der noch einmal den Standort der Projekte zeigt und drei kubusartige Schränke mit Schubladen. Wer sie öffnet, wird enttäuscht. Es gibt nicht neue oder neu aufgearbeitete Informationen zu den Projekten in Harburg, sondern Infos zu den Leitthemen der IBA. Langweilig.

Etwas peinlich: Projekte, die noch an der Wand im IBA-Schaufenster gezeigt werden, sind bereits aus der aktuell dort verteilten Karte in dem Prospekt „Entdecke die IBA Hamburg“ bereits getilgt. Das offenbar aus gutem Grund. Denn was noch als sehenswertes IBA-Projekt auf hintergrundbeleuchteter Plane gepriesen wird, gibt es gar nicht. Bestes Beispiel: Die Drehbrücke, die Kanalplatz und Schlossinsel verbinden soll. So dürften die Worte des IBA-Geschäftsführers wie „ein Zeichen“, Harburg sei ein „entscheidender Punkt“ bei der IBA oder die Harburger Projekte werden eine „große Resonanz“ erfahren, eher unter den Begriff „nette Eröffnungsrede“ fallen.

Schaut man aus dem „Schaufenster“ in den Tunnel, wird es ganz grausam. Nichts ist fertig. Die Umgestaltung ist für den gemeinen Betrachter in der Abrissphase stecken geblieben. Von der geplanten, fast 500.000 Euro teuren Neugestaltung, die eigentlich weitgehend abgeschlossen sein sollte, ist bislang wenig zu erkennen.

Das soll sich in den nächsten Wochen ändern. Die Arbeiten im Tunnel werden weiter gehen. Kommenden Monat soll dann auch das Café von Künstler Toro eröffnen, das sich nahtlos an das IBA-Schaufenster anschließt. Das könnte helfen. zv