130313StrasseWilhelmsburg – Das Winter-Dilemma der Wilhelmsburger Reichsstraße soll behoben werden. Leider aber erst im Frühjahr. „Um den Temperaturverlauf besser erfassen

zu können, ist jetzt vorgesehen, auf der Wilhelmsburger Reichsstraße Messgeräte im Belag einzubauen“, so Helma Krstanoski von der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation.

 

Die „Winterdienstmessstelle“ wird die Temperaturen mit Fühlern erfassen, die in sechs und 30 Zentimetern Tiefe im Asphalt eingelassen werden. „ Das ist allerdings erst im Frühjahr möglich, wenn die Temperaturen über 10 Grad liegen“, so Krstanoski.

Generell gestalte sich der Winterdienst offenporiger Asphaltdecken (OPA), wie der Flüsterasphalt im Behördendeutsch heißt, aufwändiger als bei konventionellen Belägen. Durch den hohen Hohlraumgehalt besteht eine weitaus größere Oberfläche, wodurch Niederschläge schneller gefrieren. Außerdem „verschwindet“ das gestreute Tausalz beziehungsweise die Tausalzlauge sehr schnell in der Deckschicht und wird dort zur Entwässerungsrinne abgeführt.

Bei Temperaturen unterhalb des Gefrierpunktes bilden sich dann in den Hohlräumen Eislinsen, welche dann als Eisspitzen aus der Fahrbahnoberfläche herauswachsen und zu Gefahrenstellen werden können. Die Fahrbahn wird spiegelglatt. Dagegen helfe nur ein genau abgestimmter Winterdienst.

Auf OPA - Strecken muss früher, mehr und intensiver gestreut werden, auch mit einer besonderen Konzentration der Lösung. Das sei auf der Reichsstraße passiert. Vier Mal sei vorher gestreut worden. Gesperrt werden musste sie trotzdem.

Carsten Willms vom ADAC-Hansa hatte gegenüber harburg-aktuell.de bereits gesagt, dass den Streukräften der zuständigen Autobahnmeisterei offenbar die nötigen Erfahrungswerte fehlen, um den präventiven Streueinsatz exakt genug durchführen zu können. zv