130220KuhtriftHeimfeld - Kaum war der Wald rund um die Kuhtrift verkauft, tauchten die wildesten Gerüchte auf: Der neue Besitzer wolle die Bäume abholzen und Häuser bauen,

angeblich sollte auch ein Trainingscamp für eine Wehrsportgruppe eingerichtet werden, einige wollen auch schon Islamisten durch den Wald schleichen gesehen haben. Nun sind die neuen Eigentümer aufgetaucht, Heinrich Schabert aus Dinkelsbühl in Mittelfranken und sein Sohn, der ebenfalls Heinrich heißt und Hubschrauberpilot bei der Hamburger Polizei ist.

Und siehe da: Sie sind ganz harmlos! „Wir wollen hier nicht groß abholzen, wir wollen hier nichts bauen, wir wollen nur diesen schönen Wald hegen und pflegen“, sagt der Senior. Und all die Gerüchte seien völlig aus der Luft gegriffen.

Bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt zeigten sich die Schaberts sogar als Kunstfreunde. Auf Vermittlung von harburg-aktuell.de trafen sie sich an den Resten der alten Pionierbrücke, die sich einst in der Kurve über die Kuhtrift spannte, mit Florian Foks, einem Straßenkünstler aus Heimfeld. Foks hatte sein Jahren mit offizieller Erlaubnis der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) die gebogene Betonmauer mit immer wieder wechselnden Graffiti verziert.

Für viele Kunstfreunde aus Harburg war das immer wieder ein Anlass, in dieser Gegend spazieren zu gehen. Als der Wald dann verkauft werden sollte, entzog die BIMA Foks plötzlich die Erlaubnis. „Damit hatten wir nichts zu tun“, sagt Heinrich Schabert senior. „Wir haben davon nur durch harburg-aktuell erfahren.“ Da er aber durchaus Gefallen an Graffiti findet, wollte er, das Foks weitermacht.

Jetzt haben sich die Schaberts mit Foks getroffen und sogar einen Vertrag geschlossen. Darin wird dem Heimfelder das kostenlose Nutzungsrecht für die Wand eingeräumt, er kann dazu auch gerne andere Künstler einladen. Schabert senior: „Das soll aber bitte alles jugendfrei sein, also bitte keine Nackerten!“ Und klar, dass auch keine religiösen oder ethnischen Gefühle durch die Graffiti verletzt werden dürfen.

Die Schaberts würden sich freuen, wenn sich weiterhin viele Spaziergänger an den Kunstwerken erfreuen. Denn eins ist für sie klar: Dieser Wald ist ein „Volkserholungswald“. Und das soll auch so bleiben. ag