130213NabuGut Moor - Sie stehen fast regungslos da, sagen kein Wort und blicken auf ein paar Büsche, die in gut 50 Meter Entfernung am Seevekanal stehen. Plötzlich piept es, und einer

der drei Männer nennt den Namen einer Vogelart, von deren Existenz ein Laie nicht einmal etwas geahnt hatte. Der Mann, der neben ihm steht, hebt ein Fernglas vor die Augen, fixiert kurz und sagt. „Tatsächlich!“ Der dritte Mann macht einen Strich auf einer großen Liste.

Die Vogelzähler des Naturschutzbunds Deutschland, kurz Nabu, sind wieder unterwegs. Einmal im Jahr erfassen sie die Population der Vögel und verschaffen sich so einen Überblick, wo möglicherweise Arten gefährdet sind.

In Gut Moor ist der Druck für die meisten noch nicht so groß, solange Hamburg wirklich darauf verzichtet, die Wiesen als Industriegebiet auszuweisen oder gar einen Autobahnanschluss in Meckelfeld befürwortet. Am Rand des ausgedehnten Areal soll in absehbarer Zeit kräftig „geknabbert“ werden: Die Autobahnraststätte wird auch den Lebensraum der Vögel einschränken.

„Hier in der Gegend gibt es übrigens auch den Wachtelkönig“, sagt Frederik Schawaller von der Nabu-Stadtteilgruppe Süd. Wo genau? Das will er nicht verraten. ag