130117BrueckeHarburg - Jetzt wäre es die einfachste Lösung, wenn die Besucher der Internationalen Bauausstellung (Eröffnung der Abschlusspräsentation am 23. März) über Wasser gehen könnten. Dann würde es nicht weiter

auffallen, dass mit einem eigentlich besonders charmanten IBA-Projekt für Harburg noch nicht einmal angefangen worden ist.

 

Die Drehbrücke über den Lotsekanal wird noch lange auf sich warten lassen. Das wäre nicht weiter schlimm, wer Visionen entwickelt, muss und darf auch mal scheitern.

 

Im Fall der Drehbrücke zwischen Kanalplatz und Schlossinsel ist das Scheitern aber geradezu kläglich. Und das hat nicht irgendein IBA-Planer oder das Bezirksamt Harburg zu verantworten, das häufig als Schuldiger für alles Mögliche herhalten muss.

Dass eine Drehbrücke noch nicht einmal am Horizont in Sicht ist, hat der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) versemmelt. Genauer gesagt: dessen Geschäftsbereich „Konstruktiver Ingenieurbau“. Rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind dort beschäftigt, eine ordentliche Ausschreibung für eine vergleichsweise kleine Drehbrücke haben sie aber nicht hinbekommen. Wie berichtet haben die Brückenbau-„Experten“ im Ausschreibungstext einiges vergessen, sie haben auch übersehen, dass der Untergrund im Lotsekanal nicht besonders tragfähig ist und dass eine Drehbrücke auch irgendwo mal einrasten muss, um sicher begehbar zu sein.

So ist es kein Wunder, dass die anfangs salopp über den Daumen gepeilten Kosten von 1,3 Millionen Euro inzwischen bei geschätzt dem Vierfachen liegen.

Was aber besonders ärgerlich ist: Der LSBG wäscht seine Hände in Unschuld. Jürgen Heimath, SPD-Fraktionschef in der Bezirksversammlung Harburg: „Wir haben mal nachgefragt, ob der LSBG vielleicht eine Idee für ein Provisorium während der IBA hat. Die Antwort: Damit haben wir nichts zu tun.“ Unglaublich! Wer soll denn damit „was zu tun“ haben?

Bezirksamtsleiter Thomas Völsch hatte in der November-Sitzung der Bezirksversammlung noch erklärt, er habe dem LSBG einen Vorschlag für ein Provisorium geschickt. Wie genau das aussah, wollte er damals und auch heute nicht verraten. Auch Parteifreund Heimath, sonst bestens vom Bezirksamtsleiter informiert, weiß von nichts. „Wirklich nicht“, beteuert er. ag