121217DIVAMoorburg - Die grüne DIVA wurde als „zukunftweisendes Konsolidierungsprojekt“ gefeiert und sie musste im vergangenen Jahr sogar dafür herhalten, Hamburgs Ruhm als Umwelthauptstadt zu mehren. Ein Jahr später würde es für die

„Dynamische Information zum Verkehrsaufkommen im Hamburger Hafen“, kurz „DIVA“, allenfalls zu einer Nominierung für den norddeutschen Comedy-Preis reichen.

Mit anderen Worten: Das bisher rund vier Millionen Euro teure Verkehrsmanagement der Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA) ist eine riesige Lachnummer.

Als DIVA vor knapp zwei Jahren an den Start ging, sollten drei 16 Quadratmeter große LED-Karten und elf kleinere LED-Schrifttafeln vor allem die Lkw-Fahrer über mögliche Staus im Hafen informieren und ihnen so helfen, Zeit und Benzin zu sparen. Doch das ging richtig in die Hose. Denn die stilisierten Übersichtskarten vom gesamten Hafengebiet waren auf den Tafeln – auch wenn sie 100 Quadratmeter groß gewesen wären – kaum zu entschlüsseln. Schon gar nicht im Vorbeifahren! Stattdessen sorgten sie besonders bei ortsunkundigen  Fahrern für Verwirrung. Aber das war kaum Sinn der Sache.

Zurzeit sind nun keine Übersichtskarten mehr zu entschlüsseln, dafür liest man im Vorbeifahren die freundliche Mitteilung: „Alle DIVA-Tafeln werden demnächst abgebaut und bis 2013 überholt“. Aha! Aber wehe, der Leser weiß nicht auf Anhieb, was eine  DIVA-Tafel ist! Nicht jeder hat Kontakt zur HPA-Pressestelle. Die weiß nämlich mehr: „Momentan überprüft die HPA die grafischen Darstellungen und diskutiert mit Nutzern, wie die Grafiken noch verbessert werden können.“ So kann man den größten Murks auch noch positiv darstellen.

Trotzdem müssten die DIVA-Tafeln ja nicht gleich abgebaut werden. Eigentlich müsste es doch reichen, wenn man sie einfach mal ausschaltet. Die Lkw-Fahrer wären dann sicher besser informiert. Leider gibt es aber nicht nur Pfusch in der Grafik, es gibt auch Pfusch am Bau. „Wir haben Schäden an den Fundamenten der Tafeln festgestellt“, sagt HPA-Sprecher Alexander Schwertner. Er betont aber, dass die Fundamente von einem „externen Auftragnehmer“ hergestellt worden seien und dieser jetzt für einen Austausch sorge. Und wer zahlt das alles? Schwertner: „Wir prüfen, ob wir Forderungen gegen den Auftragnehmer erheben können.“ ag