101213Glatt Harburg- Ganze Straßenzüge und Fußwege glatt wie Rutschbahnen, Autos die bei leichtesten Steigungen "kapitulierten", Busse die verspätet oder überhaupt nicht kamen und Stau ohne Ende. An das Verkehrschaos im letzten und

vorletzten Jahr kann sich wohl jeder Hamburger noch gut erinnern. Auch wenn der "weiße Winter" mit Schnee und (Glatt-)Eis 2012 noch ausblieb, es kann jederzeit passieren.

Für diesen Fall ist Harburg aber bestens vorbereitet, ein solches Chaos soll es nicht nochmal geben. Auf dem Betriebsgelände am Neuländer Kamp der Stadtreinigung, die in der kalten Jahreszeit den Winterdienst übernimmt, sind bereits alle Vorkehrungen getroffen. In der Halle lagern rund 380 Tonnen Salz, 40 Tonnen Sand-Salz-Gemisch und 50 Tonnen Kies. Bestände, die nach Angaben der Stadtreinigung jeder Zeit aufgefüllt werden können.

Auf die Mitarbeiter des Winterdienstes warten bei entsprechender Wetterlage 1000 Kilometer Fahrbahn im Bereich Harburg, die mit 20 Fahrzeugen verkehrssicher gemacht werden müssen. Zunächst gilt es Hauptverkehrsstraßen und Strecken mit Buslinienverkehr (790 Kilometer) zu sichern, anschließend werden sogenannte Verbindungsstrecken (265 Kilometer) geräumt und gestreut.

Neben den "Hauptverkehrsadern", auf denen sich häufig der Stau konzentriert, streut die Stadtreinigung aber auch 770 Brücken, unzählige Gehwegverbindungen und 750 Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs. Hierfür hat die Stadtreinigung nochmal zusätzlich 23 Fahrzuege und 63 Einsatzkräfte bereitgestellt.

Um im Ernstfall einen reibungslosen Ablauf zu garantieren und im Kampf gegen Schnee und Eis gewappnet zu sein, hat die Stadtreinigung Mitte Oktober einen Probelauf durchgeführt. Pressesprecher Andree Möller erklärt: "Auf der Grundlage der Wetterdienste, der Daten der eigenen neun Messstationen und der eigenen "Wärmkarte" der Hamburger Straßen, gibt die Stadtreinigung mittags eine Rufbereitschaft für die Einsatzkräfte heraus. Diese sind dann über Handy erreichbar."

Die Stadtreinigung scheint also gut vorbereitet. Aber Achtung: Schnee und Eis auf Gehwegen müssen Anlieger in Hamburg selbst entfernen. Das gilt von der kleinen Wohnstraße bis zur großen Fußgängerzone. Die Bürger sind verpflichtet Schnee sofort nach Ende des Scheefalls zu räumen und Glätte unmittelbar nach Eintritt abzustreuen. Auf Gehwegen ist die Verwendung von Salz aber verboten, zu benutzen sind abstumpfende Stoffe wie Sand oder Splitt.

Bei Schneefall oder Glättebildung nach 20:00 Uhr haben Anwohner Zeit für den "Winterdienst" bis morgens um 8:30 Uhr, an Sonn- und Feiertagen bis 9:30 Uhr. (pw)