121127Bunker-LWilhelmsburg – Bei den Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg feuerten vom Dach des Hochbunkers an der Neuhöfer Straße große Flak-Geschütze auf die Bomber. Jetzt hat man ein noch höheres Ziel im Visier.

Bald wird von dort die Sonne angezapft. Gut sichtbar ist bereits das Gestell installiert, welches bald Vakuumröhren-Kollektoren tragen soll. Die Anlage wird mit einer Fläche von 1350 Quadratmetern die Größte ihrer Art in Deutschland sein.

„Es ist auch die Einleitung der solartechnischen Unterstützung der Fernwärme in Deutschland“, sagt Martin Willige vom Unternehmen Ritter XL Solar aus Baden-Württemberg. Die Firma installiert diese besonders effektive Form zur Erzeugung von Heißwasser. Nicht sichtbar, aber fertig ist der große Warmwasserspeicher im Inneren des Bunkers. 2000 Kubikmeter fasst der Tank. Er wird in den kommenden Wochen isoliert. „Damit liegen wir genau im Zeitplan“, sagt Anna Vietinghoff von der IBA.

 

Ab März wird der Flakbunker ein Energiebunker sein, der Wärme an 3000 und Strom an 1000 Haushalte im Reiherstiegviertel liefert. Dafür wird an der Südseite des Bunkers noch eine Photovoltaik-Anlage installiert.

Gebaut wurde das Ungetüm aus 80.000 Kubikmetern Beton 1943. Der Bunker steht auf einer Grundfläche von über 3200 Quadratmetern und erhebt sich mit seinen neun Stockwerken über 40 Meter hoch. Er bot bis zu 30.000 Menschen Schutz vor Bomben. Auf dem Dach des Bunkers, der auch als Flakturm zur Luftabwehr diente, waren schwere Zwillingsgeschütze montiert.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs zerstörten die Engländer das Bunkerinnere durch eine Sprengung. Mehrere Etagen stürzten zusammen. Seit 2010 wird der Bunker saniert. Zur Eröffnung der IBA im kommenden März soll er fertig sein. Dann ist aus dem kriegerischen Flakturm IV ein endgültig ein friedlicher Energiebunker geworden. zv