121114TunnelHarburg – Erst fand die Opposition, dass für die Umgestaltung des „Schmuddeltunnels“ zu wenig Geld bereitgestellt wird. Jetzt sollen 100.000 Euro für ein Beleuchtungskonzept bereitgestellt werden, aber das ist

auch wieder nicht richtig.

Zumindest im Hauptausschuss der Bezirksversammlung zeigten sich CDU, Grüne, FDP und Linke ungnädig, was die Vorlage der SPD unter dem Titel „Antrag auf Gestaltungsmittel der BV für das Projekt künstlerische und energieeffiziente Beleuchtung des Gloria-Tunnels“ angeht.

Peinlich oder frech: CDU-Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer zog das in der Vorlage genannte Ingenieurbüro ins Lächerliche, weil es unter anderem auf die Ausrüstung von U-Booten mit LED-Beleuchtung spezialisiert ist. Man wird sich fragen müssen, ob Fischer das Unternehmen mit Sitz am Dampfschiffsweg einfach nicht kennt oder ob er es aus politischem Kalkül bewusst abwerten wollte. Denn es handelt sich bei der Harburger Firma um eines der weltweit gefragten Unternehmen seiner Branche, das mit führend in der LED-Technik ist. Die Konzeption der Beleuchtung des Tunnels dürfte kaum zum Geschäftsmodell gehören, sondern eher mit der Verbundenheit zu Künstler Toro zu tun haben, der Ideengeber ist.

Das hat man bei der SPD erkannt und als Chance gesehen. Denn die bislang geplante Tunnelbeleuchtung, so kam nebenbei heraus, würde spärlich ausfallen. Der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer, (LSBG) spendiert für Harburgs Problemtunnel lediglich eine Beleuchtung,  „die im Zusammenhang mit der Verkehrssicherungspflicht“ notwendig ist.

Der Groll der Opposition ist schwer nachvollziehbar. Vermutlich war man einfach mucksch, weil man nicht seine „Expertenmeinung“ zum Besten geben kann. Das wäre aber für das Projekt „tödlich“. Eine lange Diskussion in verschiedenen Ausschüssen bräuchte mehr Zeit. Die glaubt die SPD nicht zu haben.

Das Beleuchtungskonzept, welches im Gegensatz zur Standardbeleuchtung von der Hamburger Fachbehörde mit 20.000 Euro bezuschusst wird, sollte mit den Umbaumaßnahmen im Tunnel umgesetzt werden. Daher dürfte die SPD auf Tempo gesetzt haben, als man die Vorlage erarbeitete. zv