121023MeckelfeldMeckelfeld - Es wehte ein Hauch von Moorburg durch den großen Saal des Helbach-Hauses in Meckelfeld. Zwar waren keine eiskalten Staatsräte erschienen, und es ging auch nicht um die Unterbringung von ehemals

Sicherheitsverwahrten. Dafür war aber ein Herr Zulauf erschienen, seines Zeichens „stellvertretender Leiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Verden“ . Er verkündete den Mitgliedern des Seevetaler Umweltausschusses und den rund 250 Gästen, wie er und seine Mitarbeiter sich den Bau der geplanten Tank- und Rastanlage „Elbmarsch“ an der A1, Höhe Abraham-Schinken in Meckelfeld, vorstellen.

 

 

Sönke Zulauf machte auch schnell deutlich, wo der Hammer hängt. Als nämlich mehrere Kommunalpolitiker, unter ihnen Norbert Böhlke, das regionalpolitische Schwergewicht der CDU, die Sinnhaftigkeit des Projektes in Frage stellten und auf einen einstimmigen Beschluss des Gemeinderats aus dem September 2001 hinwiesen, in dem die Tank- und Rastanlage mit rund 260 Lkw- und 300 Pkw-Stellplätzen abgelehnt wurde, wurde der Mann aus Verden kantig: „Ich will mit Ihnen nur noch darüber sprechen, wie wir die Anlage bauen. Und nicht mehr darüber, ob wir sie bauen.“ Es werde Zeit, dass „wir das Ding durchziehen“.

So entschlossen sich Zulauf gab, seinen Auftrag auch gegen den Willen der Meckelfelder durchzuziehen, so unsicher wurde er, als er Detailfragen beantworten sollte. Gerade noch hatte er auf den großen Überblick seiner Behörde und die übergeordnete Zuständigkeit für Bundesautobahnen hingewiesen, aber als er gefragt wurde, warum denn die Tank- und Raststätte Stillhorn nicht erweitert werde, musste Zulauf passen: „Ich kann Ihnen nicht sagen, was da in Hamburg passiert.“

Und da die Planer in Verden nicht wissen, was in Hamburg passiert, fiel ihre Wahl eben auf Meckelfeld. Immerhin haben sie ja vom Bund den Auftrag, „alle 50 Kilometer eine Tank- und Rastanlage vorzuweisen“. Meckelfeld liege genau zwischen den Tank- und Raststätten Buddikate bei Lübeck und Ostetal bei Bremen. Aber es gebe doch die Anlage in Ramelsloh, rief jemand. Zulaufs Antwort: „Die liegt nicht an der A1. Wir betrachten das Autobahnnetz nicht insgesamt, sondern streng nach Nummern getrennt.“ Nächster Einwand: An der A1 bei Rade sei doch gerade ein neuer Autohof entstanden. Aber auch den hat Zulauf nicht auf der Rechnung: „Das ist ein privater Betrieb. Niemand kann uns garantieren, dass es den in zehn Jahren noch gibt.“

Immer mehr Bürger verließen den Saal. Gerd Krümmel von den Freien Wählern brachte es auf den Punkt: „Herr Zulauf, so können Sie doch nicht mit der Bevölkerung umgehen.“