120926DrehbrueckeHarburg - Auch das noch: Bei den Kosten für die Drehbrücke, die den Kanalplatz mit der Schlossinsel verbinden soll, hatten sich Planungsbüro und Bezirksamt schon um schlappe 1,1 Millionen Euro verschätzt. Nach der europaweiten Ausschreibung für den Bau steht fest: Keiner will die Brücke für 2,4 Millionen Euro bauen, der billigste der drei Anbieter will, dass der Auftraggeber, das Bezirksamt Harburg,  weitere 700.000 Euro draufpackt. Sonst gibt es eben keine Drehbrücke – schon gar nicht rechtzeitig zur Abschlusspräsentation der IBA Hamburg im kommenden Frühjahr.

„Wir werden eine Lösung finden“, sagt Muammer Kazanci (SPD), Vorsitzender des Stadtplanungsausschusses. Die Drehbrücke sei eine wichtige Verbindung für die Fußgänger und Radfahrer und mache die Schlossinsel noch attraktiver. Kazanci: „Schon allein wegen der positiven Signalwirkung für die Entwicklung des gesamten Harburger Binnenhafens sollten wir nicht auf die Brücke verzichten.“

Das renommierte Hamburger Ingenieurbüro Grassl hatte sich in einem Wettbewerb mit seinem Entwurf gegen mehrere Konkurrenten durchgesetzt, die den Bau einer Klappbrücke vorgeschlagen hatten. Geschätzte Kosten zunächst: 1,3 Millionen Euro. Doch dann stellte sich heraus, dass einige wichtige Details übersehen worden waren. So muss der Mittelpfeiler der Drehbrücke tiefer gegründet werden als zunächst gedacht. Außerdem hatte man offenbar einen „Anschlag“ vergessen, damit die Brücke nach dem Drehen sicher einrastet.

Die zusätzlichen  1,1 Millionen Euro fand Baudezernent Jörg Penner am Kaufhauskanal. Die Brücke über den Kanal soll zunächst nicht „ertüchtigt“ werden. Im Klartext: Rohre können die Brücke passieren, aber leider keine Boote oder kleine Schiffe. Ag