120921ArztHeimfeld – Knorpeltransplantation heißt ein Verfahren, das jetzt im Krankenhaus Mariahilf angewandt wird. Es kommt zum Einsatz, wenn der die Knorpelschicht eines Gelenkes angegriffen ist. Ursachen sind oft

Fehlbelastungen beim Sport oder einfach nur Abnutzung. So ein Knorpelschaden verursacht Schmerzen und kann die Bewegung einschränken. Am Ende stand bislang meistens die Transplantation einer Gelenkprothese.

Das neue Verfahren bietet gerade für jüngere Menschen eine Alternative zum künstlichen Kelenkersatz. „Die Reparatur und damit das Leben mit dem eigenen Gelenk ist immer besser, als der Einsatz eines künstlichen Gelenkes“, sagt Dr. Udo Brehsan, Oberarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie, „je früher man etwas tut, desto besser kann die Belastungsfähigkeit des Knies gesichert werden.“ Der neue Knorpel kommt quasi aus dem Reagenzglas. Genau heißt das matrixgestützten Autologen Knorpeltransplantation.

Dafür sind zwei Eingriffe notwendig. In einer ersten Operation werden gesunde Knorpelzellen aus einem wenig belasteten Randbereich des Gelenkes entnommen. Dieses Material wird bis zu vier Wochen in einer Nährlösung vermehrt und dann auf eine organische Matrix, eine Art selbstauflösendes Vlies, gegeben. Auf diesem schwammartigen Trägermedium können die Zellen wie auf einem „Klettergerüst“ wandern und bilden die Knorpelmatrix.

Bei einer zweiten Operation wird der beschädigte Knorpel komplett mit einer Stanze aus dem Gelenk entfernt. Ein der Größe der schadhaften Stelle entsprechendes Stück der gezüchteten Knorpelmatrix transplantiert der Chirurg anschließend in diesem zweiten Eingriff in das defekte Knorpelareal. Nach dem operativen Eingriff muss der Patient das Bein schonen und in mehreren Etappen langsam wieder der normalen Bewegung und Belastbarkeit zuführen. zv