120907BuecherhalleHarburg - Der Eingang liegt etwas versteckt an der Rückseite des Harburg Carrée. Man muss sich schon auskennen, um den Weg in die Harburger Bücherhalle zu finden. „Laufkundschaft“ gibt es kaum. Trotzdem kann sich

Leiterin Barbara Dierks über mangelnden Zuspruch nicht beklagen: Im vergangenen Jahr kamen mehr als 166.000 Besucher – eine Steigerung gegenüber 2010 um gut zehn Prozent.

Und Barbara Dierks konnte im Kulturausschuss der Bezirksversammlung noch mehr Positives berichten: „Wir führen zwar keine genaue Statistik über die Nationalität unserer Kunden, aber uns besucht offenbar ein Querschnitt der Harburger Bevölkerung.“ Von den insgesamt knapp 50.000 Medien (zum Beispiel Bücher, Zeitschriften, Videos oder Computerspiele) seien auch einige Tausend in Fremdsprachen – vorwiegend Russisch und Türkisch. Mehr würden aber kaum nachgefragt.

Dierks: „Die meisten leben schon länger in Harburg und lesen in Deutsch.“ Außerdem gebe es der Etat nicht her, für alle Nationalitäten Medien in der jeweiligen Landessprache anzubieten. Diesen Lesern könne trotzdem geholfen werden, indem das Wunschbuch bei der Zentrale der Hamburger Öffentlichen Bücherhallen bestellt wird.

 

Der Renner bei den Migranten seien die Computer, an denen rund 1500 Tageszeitungen aus aller Welt online gelesen werden können. Da gebe es Leser, die täglich vorbeischauen. Ohnehin kämen auch viele – vor allem Kinder und Jugendliche – vorbei, um einfach mal ein wenig zu stöbern. Dierks: „Die bezahlen zwar keine Gebühren, wir freuen uns trotzdem: Sie sind der Beweis dafür, dass die Bücherhalle als Lernort akzeptiert ist.“

Besonders beeindruckt zeigten sich die Mitglieder des Kulturausschusses über die Ausstrahlung der Bücherhalle auf die Harburger Schulen. „Wir arbeiten zurzeit mit 153 Klassen zusammen und betreiben intensive Leseförderung“, sagt Dierks. So kann es weitergehen, denn der Mietvertrag der Bücherhalle ist vor einigen Monaten schon langfristig bestätigt worden. mz