120827MoorburgMoorburg – Im Zusammenhang mit der Unterbringung der drei ehemals sicherungsverwahrten Straftäter haben die beteiligten Behörden auch Standorte in Gut Moor, Heimfeld oder Kirchwerder in die Auswahl genommen. Insgesamt

waren es 14 Objekte in ganz Hamburg, die auf ihre Eignung zur Unterbringung der drei Männer geprüft wurden.

Die Wahl sei auf Moorburg gefallen, weil es am besten die geforderten Kriterien erfüllt. Dazu gehören eine Umgebung mit möglichst wenig Kindern, eine Anbindung an den Nahverkehr und eine genügend große, freistehende Immobilie. Das 1893 gebaute Haus am Moorburger Elbdeich Ecke Waltershofer Straße erfüllt diese Voraussetzungen am besten. Das die Wahl Moorburg mit dem zu erwartenden geringen Widerstand zu tun habe, bestritten Behördenvertreter.

2010 hatte sich in der Anzengruberstraße gezeigt, welche Reaktionen die Unterbringung eines ehemaligen Sicherungsverwahrten in einer wenig sozial gefestigten Gegend haben kann. Die Polizei musste Hans-Peter W. fluchtartig wegbringen, als sich Anwohner auf der Straße versammelten.

Ein wichtiger Punkt bei der Wahl Moorburgs spielte auch die Verfügbarkeit der geeigneten Immobile. Sie gehört der SAGA GWG. Mit der Wohnungsbaugesellschaft werden „ganz normale Mietverträge“ geschlossen. Das ist ein guter Schachzug der Behörden. Hätte man die Männer im Rahmen einer neu zu gründenden Einrichtung, wie beispielsweise einem Heim dort untergebracht, wäre der Bezirk mitbestimmungspflichtig gewesen. So konnten sich die Behörden darauf beschränken Ende Juli Bezirksamtsleiter Thomas Völsch zu informieren. Der sei, so hieß es aus seinem Umfeld, nicht erfreut, sich aber der Verantwortung Gesamt-Hamburgs gegenüber bewusst gewesen.

Für die drei Männer, sollten tatsächlich alle in Moorburg wohnen, wird der Umzug lediglich eine Art „Tapetenwechsel“ sein. An den Betreuungs- und Bewachungsmaßnahmen ändert sich nichts. Die Sozialbehörde hat Mitarbeiter im Einsatz, die die Männer, denen Jahrzehnte Erfahrung und Entwicklung fehlen, bei Alltäglichkeiten anleiten und unterstützen. Ziel ist die Resozialisierung und ein selbstständig geführtes Leben.

Die Polizei bewacht zwei der Männer im Rahmen der Gefahrenabwehr. Wie lange und in welchem Umfang die Maßnahme Bestand hat, entscheidet die Fallkonferenz, in der verschiedene Fachleute sitzen.

Moorburg selbst wird wohl auf absehbare Zeit Hamburgs neuer „Abladeplatz“ für ehemalige Sicherungsverwahrte werden. Denn sollte eines der 40 Quadratmeter großen Zimmer frei sein, kann erneut ein ehemaliger Sicherheitsverwahrter dort einziehen. Ob es in Hamburg zu Freilassungen kommt, entscheiden Gerichte 2013 und 2014 jeweils in einem Fall. Drei Sicherheitsverwahrte werden zudem jährlich überprüft. Bei einer „Vollauslastung“ Moorburgs könnten so erneut alternative Standorte geprüft und beschlossen werden.

André Trepoll, Abgeordneter der CDU, macht die Entscheidung für Moorburg zum Thema in der Bürgerschaft. Er hat eine entsprechende Kleine Anfrage gestellt und es für die aktuelle Stunde angemeldet. Durch seine Frage will er die genauen Umstände für die Entscheidungsfindung klären. zv