120826DusselgitterBinnenhafen – Vermutlich wird der Satz, den ein SPD-Rechtsexperte in Sachen Sicherungsverwahrte in Moorburg abgab, in abgewandelter Form auch für den Zaun am Kanalplatz gelten. Dann würde er lauten:

„Die Zaunentscheidung kann leider nicht per Bürgerbefragung vorgenommen werden. Das wäre zum Scheitern verurteilt.“ So ist es auch erklärlich, warum der Bezirk nacht- und nebelmäßig den Zaunbau anfangen ließ.

Nun steht bereits ein Teil des „Dusselgitters“ und trennt in Zukunft eisern Wasser und Menschen. Bei der KulturWerkstatt ist man offenbar wenig erfreut über diese Entwicklung. Vor allem weil die Verwaltung klammheimlich das Projekt schon unter Amtsvorgänger Torsten Meinberg (CDU) vorangetrieben hat.

Der Entscheidungsprozess sei über die Köpfe von Politik, Anliegern, Betroffenen und Öffentlichkeit betrieben worden und „nicht akzeptabel“, heißt es seitens der KulturWerkstatt. „Bereits im Frühjahr 2011 war nach interner Abwägung im Bezirksamt der Geländerbau beschlossen worden -, bekannt wurde dies zufällig vor dem Harburger Hafenfest im April 2012, mehr als ein Jahr danach“, so Gorch von Blomberg von der Kulturwerkstatt.

Jetzt setzt man auf den Eingabenausschuss der Bürgerschaft. Dort hat man so eine Art Gnadengesuch, gestützt mit Unterschriften, eingereicht. Das Ziel: „Schädlichen Geländer-Bau im Harburger Binnenhafen stoppen – und Alternativen prüfen“. „Zwölf Jahre Harburger Binnenhafenfest stehen auf dem Spiel. Nach den negativen Erfahrungen in diesem Jahr durch das provisorische Geländer haben zahlreiche Schiffsführer angekündigt, nicht mehr kommen zu wollen: Die Sicherheit beim An- und Ablegen sei nicht gewährleistet, Gangways ließen sich nicht auslegen, die Besucher kämen nicht mehr nah ran - Warum sollen die Schiffer dann kommen? Sie wandern lieber in andere, attraktivere Häfen ab. Unter diesen Bedingungen wird die Entscheidung, weiter Hafenfeste durchzuführen, für die Kulturwerkstatt als Veranstalter von der Geländerfrage abhängen“, heißt es in einer Stellungnahme.

Dazu kommt, so verlautete aus dem Umfeld der Kulturwerkstatt, dass Gespräche mit dem Bezirksamtsleiter kurz und abweisend waren und man offenbar ganz gezielt in Sachen Baubeginn „getunnelt“ worden sei. Das I-Tüpfelchen dürfte das Verwaltungsgebaren zum „Hafenfrühstück“ gewesen sein. Die KulturWerkstatt, so heißt es von dort, habe „vergeblich auch Bezirksvertreter eingeladen“.

 

Beim Eingabenausschuss der Bürgerschaft werden auch Harburger Abgeordnete mit entscheiden. Sören Schumacher (SPD) ist ebenso Mitglied wie seine Genossen „Togo“ Frank Wiesner und Brigitta Schulz oder André Trepoll (CDU). zv