120824TU2Harburg - Neben vielen kleinen Schritten ist jetzt ein Riesenschritt auf dem Weg zur Universitätsstadt Harburg gemacht worden: Mit der Einweihung des neuen Hauptgebäudes in der alten Pionierkaserne auf dem Schwarzenberg

hat die TU Harburg 34 Jahre nach ihrer Gründung endlich auch ein repräsentatives Eingangstor. Und nicht nur das: Die Uni öffnet sich nun auch baulich dem umliegenden Wohnquartier.

„Das stärkt die Identifikation der Hochschule mit dem Stadtteil – und umgekehrt“, sagte Hamburgs Zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin Dorothee Stapelfeldt bei der Eröffnungsfeier im neuen „Gebäude A“.

 

Die Senatorin nutzte die Gelegenheit, den rund 200 Gästen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft eine Entscheidung des Senats offiziell zu verkünden: Trotz knapper Kassen werde das Budget der TUHH bis zum Jahr 2020 jährlich um ein Prozent erhöht. Stapelfeldt: „Ein Stück Verlässlichkeit für die Zukunft der Hochschule.“

Dass auch der Ausbau des Ostflügels der Kaserne, der bisher aus Kostengründen nicht umgesetzt wurde, nach einer Entscheidung des Senats beginnen kann, mag gut sein. Letztlich ist es aber dem sparsamen Wirtschaften des TU-Präsidium zu verdanken, wenn es jetzt losgeht. Die Kosten in Höhe von 4,2 Millionen Euro zahlt die Hochschule nämlich aus den Überschüssen vorheriger Jahre.

Hohen Unterhaltungswert hatte – wie immer – die kurze Ansprache von TUHH-Präsident Professor Garabed Antranikian. Die Schilderung des Festprogramms schloss er mit den Worten: „Heute Abend sind die Studenten dran. Ab 22 Uhr wird hier gerockt. Das wird der erste Härtetest für unser neues Hauptgebäude.“ Im Übrigen sei die TUHH eine von Hamburgs Perlen. Wie jede Perle müsse man sie aber pflegen, damit die noch schöner, noch glänzender werde.

Dominik Pöltl, zweiter Vorsitzender des Allgemeinen Studierenden Ausschusses (AStA), rechnete der Festgesellschaft danach noch einmal eindringlich vor, welch wertvollen Beitrag die TU-Absolventen nicht nur für die Wirtschaft und Forschung, sondern vor allem auch für die Steuerkassen der Stadt eines Tages leisten werden: „Hamburg mag das Tor zur Welt sein, aber Bildung ist das Tor für eine nachhaltige Zukunft.“ Und er erhob für alle Studenten den Anspruch, künftig noch besser in die Planungen der TU einbezogen zu werden.

Damit das auch wirklich klappt, überreicht er Antranikian ein rotes Telefon, das er möglichst ganz in seiner Nähe auf seinem Schreibtisch platzieren möge. Pöltl war für den AStA-Vorsitzenden Carl Eißing eingesprungen. Er saß ausgerechnet an diesem Tag in der Alsterdorfer Sporthalle und brütete über einer Mathe-Klausur. Pöltl: „Ein weiteres Indiz für die miserablen Prüfungsbedingungen an der TU.“

Architekt Meinhard von Gerkan schilderte schließlich – länger als vermutlich geplant – seine Überlegungen zur Gestaltung des Hauptgebäudes. Er schloss mit einem Detail, das wahrscheinlich nur einem Architekten auffallen kann: Beim Blick aus dem hinteren Eingang der alten Kaserne störten zwei Treppenhäuser von zwei Nebengebäuden die Ästhetik. Gerkan bot an, Vorschläge für eine Neugestaltung zu machen: „Und ich verzichte auch auf eine Entschädigung.“ mz

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