120723Heuler3Moorburg - Das war wirklich Rettung in letzter Minute. In der Nähe des Kraftwerks Moorburg haben Wasserschutzpolizisten einen Heuler eingefangen. Der kleine Seehund war völlig entkräftet und wurde bereits von Möwen attackiert. Ein Radfahrer hatte die Notlage des Tieres bemerkt und die Polizei gerufen. „Wir haben noch Ausschau gehalten, ob irgendwo das Muttertier ist“, sagt einer der beiden an der Aktion beteiligten Beamten.

Doch die war offenbar von der starken Strömung von ihrem Nachwuchs getrennt wurden. „Im Sand war auch nur die Schleifspur des Heulers zu sehen. Er war wohl allein“, so der Polizist.

Nach der Rettung kam der kleine Seehund zunächst zur Wache im Binnenhafen. Am frühen Abend wurde der Heuler 120723HeulerWSvon einem Mitarbeiter der Seehundstation Friedrichskoog abgeholt. Seit 1985 werden dort kleine Seehunde aufgepäppelt, die ihre Mutter verloren haben. Eine zweite Seehundstation gibt es auf dem Festland gegenüber der Ostfriesischen Inseln in Norderdeich.

In Friedrichskoog verbringen neu eingelieferte Seehunde nach einer Untersuchung die ersten Tage in Quarantäne. Dann werden sie in kleinen Gruppen aufgezogen. Haben die Seehunde ein Gewicht von 25 Kilo erreicht, werden sie wieder ausgewildert. Aktuell befiunden sich rund 159 Heuler in der Aufzuchtstation. Der kleine Heuler aus Moorburg hat den Namen "Bootsmann" bekommen. "Es geht ihm gut", sagt Janne Sundermeyer von der Seehundstation. "Er ist nur ein bisschen dünn." "Bootsmann" ist der zweite "Hamburger", der in Friedrichskoog zu Gast ist. "Fips" ist schon seit Anfang Juli dort. Er war in Finkenwerder eingefangen worden. zv