120717GelaenderBinnenhafen – Die Behörden halten die Harburger offenbar für ziemlich doof. Deshalb soll ein Zaun verhindern, dass sie im am Kanalplatz, der gerade hübsch hergerichtet wird, stumpf in Richtung Wasser laufen und über die Kaimauer abstürzen. Die Gefahr ist sehr theoretisch. Die Kulturwerkstatt, Veranstalter des Binnenhafenfestes: „Es gab mittlerweile zwölf Fest mit fast einer Million Besucher. Nie ist jemand ins Wasser gefallen. Ein Zaun würde einfach das Hafenflair zerstören." Was für ein Mist so ein Zaun ist, durften die Veranstalter und Gäste schon beim letzten Fest im Binnenhafen "erleben“. „Öffentlich bekannt wurde der Beschluss, dass ein Geländer installiert werden soll, aber erst kurz vor dem Hafenfest 2012, als dem Veranstalter, der Kulturwerkstatt, mitgeteilt wurde, dass im Vorgriff auf das geplante feste Geländer schon für dieses Fest eine provisorische Einzäunung erfolge“, heißt es vom Veranstalter. Die Erfahrung: Ein Geländer macht all dies kaputt, stellt die Arbeit der Kulturwerkstatt und ihrer Mitorganisatoren in frage – und macht aus dem Hafen eine „Spiegelfläche der Architektur“, in der Boote und Schiffe bald nichts mehr suchen werden. Denn sie werden nicht mehr anlegen wollen, beeinträchtigt ein Geländer doch ihre Sicherheit beim Anlegen, und zerstört es den Bezug der „Landratten“ zu Hafen und Schiff. Es entsteht eine Hafencity-artige Kulisse nach dem Motto „nur schauen, nicht anfassen“. Die Einschränkungen für Wirtschaftsbetriebe sind dabei noch gar nicht ermittelt.

Das Geländer für zu doofe Harburger ist bereits unter der Leitung von Torsten Meinberg (CDU) im Rathaus Harburg erdacht worden. Es geht um die Verkehrssicherungspflicht. Thomas Völsch (SPD) hat sich dem voll angeschlossen. zv