120712GloriaD1Binnenhafen – Nun ist sie weg. Um 21.43 zogen und schoben zwei Schlepper das ehemalige Bäderschiff „Gloria D“ aus dem Binnenhafen. Dem Bezirk dürfte ein Stein vom Herzen fallen. Der „Kummerdampfer“ ist endlich weg.

Acht Jahre lang lag das Schiff in Harburg. Im Juli 2004 hatte es seinen ersten Liegeplatz am Kanalplatz. Ein Jahr später wurde die „Gloria D“ zu den Dalben verholt, an denen sie die nächsten sieben Jahre vor sich hindümpelte. Harburg hatte den Kahn, dessen Eigentumsverhältnisse lange unklar waren, „geerbt“, als der Binnenhafen aus dem Hafengebiet herausgelöst und dem Bezirk zugeschlagen wurde. Hätte die Verwaltung den Schrottdampfer entfernen lassen, wäre sie möglicherweise auf den Kosten sitzen geblieben. Das dürfte auch der Grund gewesen sein, warum die Behörde in Sachen „Gloria D“ überaus kooperativ war und Fristen immer wieder verlängert wurden.
Die Versuche die "Gloria D" fit für das Auslaufen zu machen, standen unter keinem guten Stern. Erst soff der zwölf Meter lange Kutter „Saparua“ ab, der dem Team, das die „Gloria D“ flott machen sollte, als Wohnplatz diente. Dann rammte das über 52 Meter lange Bäderschiff am 1. Juli beim ersten Auslaufversuch ohne Schlepperhilfe mehrere Sportboote. Ein technischer Defekt war nach Erkenntnissen der Wasserschutzpolizei die Ursache. Danach hatte Hamburg Port Authority (HPA) verfügt, dass die „Gloria D“ nur mit Schlepperhilfe durch den Hamburger Hafen fahren darf.
Donnerstagabend gegen 20.30 Uhr kamen die beiden Schlepper in den Binnenhafen. Während der Schlepper „Karl Heinz“ am Heck der „Gloria D“ postiert wurde, kam die „Schleppko7“ vorn zum Einsatz. Nach der Abfahrt dauerte es nur wenige Minuten, bis die „Gloria D“ in die Schleuse bugsiert wurde. Anschließend ging es unter den Augen zahlreicher Schaulustiger in flottem Tempo auf die Süderelbe. Vor der Kattwykbrücke musste der Schleppverband noch einmal die Fahrt verlangsamen, bis die Brücke hoch war. Dann ging es weiter in Richtung Kiel. Dort soll will der Eigner Christian I., der im Immobiliengeschäft sein Geld verdient, den Kahn auf Vordermann bringen lassen. Die weitere Verwendung ist unbekannt. In Harburg lässt der Eigner verärgerte Bootsbesitzer zurück. Die Schäden, die die „Gloria D“ am 1. Juli anrichtete, sind laut Geschädigten noch nicht von der Versicherung beglichen. Die zickt, weil es in Sachen  „Gloria D“ noch mehrere Ungereimtheiten gibt. zv
Artikel u. Video v. 1. Juli: "Gloria D" rammt Sportboote

 

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