110730KKTF6Marmstorf - Ein Anwohner aus dem Eißendorfer Grenzweg hat eigentlich nur einen Wunsch: Er will sich die Musik aussuchen, die er am Wochenende hört. Doch das gelingt ihm nicht immer. Ende April geht es los, mindestens alle vier Wochen dröhnt

von der Freilichtbühne im Harburger Stadtpark an der Außenmühle Musik herüber, die er eigentlich gar nicht hören will. Seit drei Jahren liegt er dem Bezirksamt in den Ohren. Es möge da mal einschreiten und für Ruhe sorgen. Doch der Stadtpark-Anwohner hat den Eindruck, in den Amtsstuben stelle man sich taub. Deshalb hat der Mann die Bürgerfragestunde in der letzten Sitzung der Bezirksversammlung vor der Sommerpause genutzt und seine Beschwerden noch einmal vorgebracht.

 

 

Baudezernent Jörg Penner versuchte, den genervten Bürger zu beruhigen: „Wir müssen abwägen zwischen dem Ruhebedürfnis der Anwohner und den Nutzungen in einem Volkspark. Das passt nicht immer zusammen.“ Daher habe sich das Bezirksamt schon 2009 für einen Kompromiss entschieden: Seitdem werde auf der Freilichtbühne nur noch eine laute Veranstaltung pro Monat genehmigt und das auch nur, wenn ein „leises“ Wochenende dazwischenliege. Außerdem müsse um 22 Uhr Schluss sein, danach dürfe die Veranstaltung noch eineinhalb Stunden ohne Musik ausklingen. Penner:  „Schließlich dürfen nur bestimmte Verstärker benutzt werden, die auch voll aufgedreht die Lärmgrenzwerte nicht  überschreiten.“

Penner gab zu, dass es am 21. April Probleme gegeben habe. Als auch nach 22 Uhr noch laute Musik gespielt wurde, sei die Polizei eingeschritten und habe die Veranstaltung aufgelöst. Außerdem werde der Veranstalter in diesem und auch im nächsten Jahr keine Genehmigung mehr bekommen.

Der Anwohner behauptet er hätte an diesem Tag allerdings noch mehr Verstöße registriert. Die Musik sei in der Zeit von 17 bis 22 Uhr amtlich erlaubt gewesen. Auf Handzetteln habe der Veranstalter aber den Beginn schon für 15 Uhr angekündigt und tatsächlich sei die Musik schon gegen 13 Uhr aufgedreht worden. Darauf wusste Penner keine Antwort, er will der Sache aber nachgehen und dem Beschwerdeführer schriftlich antworten.

Abschließend versuchte Penner mit einer persönlichen Anmerkung die Wogen ein wenig zu glätten: „Ich gebe zu, die Bässe bei elektronischer Tanzmusik sind oft grenzwertig. Aber es gibt auch andere Musik, die bei dem einen oder anderen Schmerzen verursacht.“ CDU-Chef Ralf-Dieter Fischer verriet auch gleich, welche Musik er als schmerzhaft empfindet: „Die Peking-Oper!“ mz