VoelschThomas3Harburg – „Den Aufbau von Kommunikations- und Kooperationsstrukturen und eine nachhaltige Etablierung von Partizipationsformen einleiten“, das soll das neue Integrationskonzept, das Bezirksamtsleiter Thomas Völsch (Foto)

vorstellte. Seit 2009 wurde daran gewerkelt. Jetzt liegt es in 56 Seiten gedruckt vor.

„ Aufgebaut ist das Konzept mit Leitlinien, Zielen und Handlungsfeldern, die sich in den Kategorien Sprache, Bildung, Ausbildung sowie berufliche und soziale Integration, Zusammenleben in der Stadt und Zuwanderungsfreundliches Harburg mit unterschiedlichen Handlungserfordernissen beschäftigen und Maßnahmen benennen. Das Konzept stellt einen Orientierungsrahmen dar, an dem sich die kommunale Integrationspolitik ausrichten wird“, heißt es in der Einführung.

Greifen soll es bei den Migranten im Bezirk, die in einer Art Parallelgesellschaft leben. In Harburg haben rund 37 Prozent der Einwohner ausländische Wurzeln. Das sind rund 55.980 Menschen von denen laut Völsch „die meisten längst ihren Platz in unserer Gesellschaft gefunden haben.“ Viele haben es aber nicht. Bei denen zählt Völsch offenbar auf Mitarbeit.

„Integration ist keine Einbahnstraße, sie erfordert Bemühungen von allen Seiten. Daher kann ein Integrationskonzept nur funktionieren, wenn es nicht von "oben" verordnet, sondern wenn es von allen Beteiligten gemeinsam gelebt wird“, so der Bezirksamtsleiter.

Wenig optimistisch ist da Ralf-Dieter Fischer, Chef der CDU-Fraktion. Zwar habe man mit für das Integrationskonzept gestimmt. Das war eine Art Huldigung an die „Politische Korrektheit“. „Man kann ja schlecht gegen Integration sein“, sagt Fischer. Das Konzept selbst ist nach seinem Geschmack zu sehr an Muslime, insbesondere Türken ausgerichtet. „Man soll sich nicht zuviel Hoffnung machen“, sagt Fischer. „Die meisten der Angebote, die bislang gemacht wurden, wurden nicht angenommen. Man wird feststellen müssen, dass einige Teile der hier lebenden Migranten nicht integrierbar sein werden.“ zv