090923Mast7Harburg - Nanu. Da fehlt doch was. Das stimmt. Die beiden Fahnenmasten vor dem Harburger Rathaus sind verschwunden. Genauer gesagt wurden beide Mittwochmorgen abgesägt. Seit 114 Jahren hatten sie dort gestanden. Beide waren 1895 von dem Industriellen Heinrich Traun gestiftet worden. Der war in Harburg Besitzer der Harburger Gummi-Kamm-Companie und galt als besonders sozial gegenüber seinen Angestellten. Dazu war er Bürgerschaftsabgeordneter und, für knapp sieben Jahre, bis 1908 Senator in Hamburg. 1909 starb er im Alter von 71 Jahren.
Seine gespendeten Masten sind jetzt zum Sicherheitsrisiko erklärt worden. Beim Amt befürchtet man, dass die in den Sockeln versteckten unteren Teile der Masten morsch sind. Wasser war an ihnen hinunter gelaufen und über zwei extra angelegte kleine Rohre abgeleitet worden. Trotzdem war es innen immer feucht. Ein Gartenbauunternehmen aus Kirchwerder beseitigte sie. Architekt Carsten Lünzmann prüft, was jetzt getan werden muss. 
Denn mit der Aktion ist auch die Sanierung der beiden kunstvollen Mastspitzen verbunden. Zudem sollen die Sockel überprüft werden. "Wenn wir wissen, was gemacht werden muss, gibt es eine Ausschreibung", sagt Beatrice Göhring vom Bezirksamt. Deswegen steht auch noch nicht fest, wann neue Masten vor dem Rathaus stehen werden. Sicher ist aber: Es werden wieder Holzmasten. (zv)
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