120402GloriaBinnenhafen - Satte drei weitere Monate Frist soll dem neuen Eigner des Schrottdampfers "Gloria D." eingeräumt werden, um das ehemalige Bäderschiff endlich aus dem Binnenhafen zu schaffen, wo es seit 2004 vor sich hin dümpelt.

Die Fristverlängerung ist laut Sören Schumacher (SPD) keine Verzweiflungstat. "Seit das Schiff einen neuen Eigner hat, wurden alle Gebühren bezahlt", so Schumacher „Gegen den Alteigner des Schiffs, der die von ihm zu entrichtenden Gebühren bisher nicht entrichtet hat, wurde zwischenzeitlich von der Hamburg Port Authority ein Vollstreckungsverfahren eröffnet. Es ist gut zu wissen, dass ein solches Verhalten in Hamburg nicht hingenommen wird." Ob eine reelle Chance besteht das Geld auch tatsächlich einzutreiben, ist zweifelhaft.

 

Komisch ist, dass der neue Eigner nicht genannt werden will. So entsteht der Eindruck, dass er sich vor öffentlicher Kritik schützen will. Ein Hinweis, dass das Unterfangen nicht so sicher ist, wie es sich die Politiker wünschen. Dann dürfen nämlich die für die Verschrottung der "Gloria D." zahlen, die jetzt nicht wissen sollen, wem sie gehört: die Steuerzahler.

Schumacher: "Das letzte Mittel, so der Senat in seiner Antwort, ist die Entsorgung des Schiffs im Wege der Ersatzvornahme, was nicht anderes heißt, als dass der Steuerzahler dies zu zahlen hätte. Wie teuer so etwas werden kann,  ist am Fall des Fährschiffs „Cehili“ abzulesen, das im Steendiekkanal lag und im Jahre 2005 für rund 250.000 Euro entsorgt werden musste. „Ich halte es auch deshalb für sehr sinnvoll“, so Schumacher, „dass das Bezirksamt Harburg daran interessiert ist, dass die Gloria D mit eigenem Antrieb den Hafen verlässt." zv