120119KiFo1Harburg - Nachwuchsförderung wird an der Technischen Universität (TUHH) groß geschrieben. Von klein auf sich den Fragen des Lebens durch Experimente zu nähern, ist laut Initiatoren ein erfolgreicher Weg, ingenieurwissenschaftlichen Nachwuchs zu generieren. So zählt das Projekt Kinderforscher an der TUHH nicht nur landes, sondern auch bundesweit zu den Erfolgsstorys auf diesem Gebiet. Jetzt konnten 500 Kinder, Lehrer und Eltern im Audimax I bereits zum fünften Mal die Berichte und Präsentationen von Grundschülern über ihre Experimente im Klassenzimmer sowie in Laboren der TUHH erleben.

Unter den Gästen war auch Lea Potafke, die die Begeisterungsfähigkeit von Kindern für das Projekt symbolisiert. Die ehemalige Schülerin der Grundschule In der Alten Forst hatte als Drittklässlerin als Kinderforscherin an dem TUHH-Pilot-Projekt teilgenommen. Zwei Jahre später als Fünftklässlerin des Heisenberg- Gymnasium besuchte sie den Kinderforscher-Kursus für weiterführende Schulen. Vor Kurzem hatte sie als Achtklässlerin einen begeisterten Artikel in der Schülerzeitung über das Projekt geschrieben.

Das 2007 von Professor Andreas Liese und Gesine Liese in Kooperation mit der Schulbehörde gegründete 120119KiFo4Projekt ist eine Erfolgsstory. Es startete mit zunächst 125 Schülern und Schülerinnen. Jetzt nehmen jährlich bereits 600 SchülerInnen aus 30 Schulen am dreimonatigen Kursus nach dem regulären Unterricht teil. Insgesamt sind mehr als 1.200 Schülerinnen und Schüler von Grundschulen und weiterführenden Schulen der Metropolregion Hamburg in den zurückliegenden fünf Jahren in den Genuss dieser Förderung des naturwissenschaftlich-technischen Unterrichts gekommen. Die Nachfrage ist weitaus größer. „Für den Ausbau fehlt uns Personal und Geld “, sagt Gesine Liese.

Die Abschlussveranstaltung ist fester Bestandteil der dreimonatigen Experimentierkurse, die jeweils im Herbst 120119KiFo2und Winter abwechselnd an Schulen sowie in der TUHH durchgeführt werden. Unterstützt von der Beratungsstelle besondere Begabungen im Lehrerinstitut Hamburg beteiligten sich im zurückliegenden Jahr am Kursus „Experimentieren & Forschen“ 110 Schüler und zehn Lehrer aus folgenden fünf Hamburger Grundschulen: Edwin-Scharff-Ring, Auf der Uhlenhorst, Joseph-Carlebach, An der Gartenstadt, In der Alten Forst. Außerdem dabei sind die Schulen Weusthoffstraße, Scheeßeler Kehre, Am Falkenberg und Kerschensteinerstraße. Sie hatten in den zurückliegenden Jahren einen Kinderforscher-Kursus durchgeführt und setzen seitdem das Experimentieren als Unterrichtsmethode fort. Zu diesem Zweck können Schulen extra zusammengestellte Experimentierkisten mit Anleitungen und entsprechendem Material für naturwissenschaftliche Experimente ausleihen.

„Es geht darum, die breite Öffentlichkeit von der Alltagsbeobachtung über das Experiment bis zur Forschung heranzuführen“, sagt Liese. Nicht zuletzt möchten die Lieses mit ihrem TUHH-Projekt Kinder in der Schule bereits auf den Beruf des Forschers aufmerksam machen und sie durch das entdeckende Lernen für die Forschung begeistern. So lernen schon Grundschüler die Vorgehensweise der Forscher: recherchieren, experimentieren, präsentieren.


Drei Typen von Kursen werden zurzeit in den Grundschulen und weiterführenden Schulen der Metropolregion 120119KiFo3angeboten: „Experimentieren & Forscher“ ist für die Klassen drei bis vier an jeweils fünf Hamburger Grundschulen mit zahlreichen TUHH-Exkursionen. „Experimentieren pur“ wendet sich an die Klassen drei bis sechs mit zwei TUHH-Exkursionen und wird oft vormittags im Wahlpflichtunterricht angeboten. „Lernen durch Lehren“ zielt auf die Klassen fünf bis neun der weiterführenden Schulen. Mentoren sind Schüler höherer Klassen.

Ziel aller Angebote ist die Förderung technisch-naturwissenschaftlich interessierter Kinder durch die Methode des entdeckenden Lernens. Die Kinderforscher schaffen im direkten und übertragenen Sinn Räume, damit Kinder in unserer automatisierten und digitalisierten Welt ihren Forschergeist entdecken können. Zudem soll das Interesse der Schüler für den Beruf des Forschers geweckt werden.

In den im folgenden genannten Instituten sind die Kinderforscher einmal im Jahr jeweils für einen Nachmittag dabei: Institut für Fluiddynamik und Schiffstheorie, Abwasserwirtschaft und Gewässerschutz, Optische und Elektronische Materialien, Bioprozess- und Biosystemtechnik, Entwerfen von Schiffen und Schiffsicherheit, Nachrichtentechnik, Hochfrequenztechnik, Feststoffverfahrenstechnik und Partikeltechnologie, Thermische Verfahrenstechnik, Technische Biokatalyse, Produktentwicklung und Konstruktionstechnik, Mikrosystemtechnik, Massivbau, Modellierung und Berechnung sowie im DLR_School_Lab und in der Bibliothek. dl